Berlin - Nichts geht mehr in Köpenick. Seit Dienstagnachmittag sind weite Teile im Südosten Berlins von einem großflächigen Stromausfall betroffen - rund 31.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe. Grund dafür ist eine zerstörte Hochspannungsleitung, die bei beim Neubau der Salvador-Allende-Brücke beschädigt wurde. Stockduster war es in der Nacht in dem Berliner Stadtteil.

Auch am Mittwoch bleiben Schulen geschlossen, die BVG setzt Sammeltaxis ein, es werden Notunterkünfte eingerichtet. Vattenfall kündigte an, den Stromausfall bis 15 Uhr beheben zu wollen, doch die bauliche Situation birgt ihre Tücken.

Auch auf Twitter wird der Stromausfall diskutiert, melden sich zahlreiche Betroffene zu Wort, viele veröffentlichen Fotos aus dem stockdunklen Bezirk. 

Vor allem aber nehmen die Twitter-Nutzer, wie es für das Netzwerk typisch ist, die Situation mit viel Humor und Ironie. Beispielsweise mit Anspielungen auf die Geschichte des Hauptmanns von Köpenick, jener Hochstapler, der 1906 als Hauptmann verkleidet das Rathaus besetzte und die irritierende Situation nutzte, um die Stadtkasse zu stehlen.

Berlin oder Beirut?

Der deutsch-arabische Journalist Yassin Musharbash beschreibt mit einem Augenzwinkern, wie er durch den Stromausfall den Überblick verliert, ob er nun in Beirut oder in Berlin sitzt.

Mitleid für Smartphone-Nutzer

Eine große Portion Mitleid gibt es auf Twitter ebenfalls - vor allem für all die Nutzer von Smartphones, deren Datenvolumen sich dem Ende neigt. 

Und für den großen Unbekannten, der Köpenick wohl versehentlich das Licht ausgeknippst hat. 

Wenn Boris Palmer das wüsste

Denn das Timing für den Stromausfall ist tatsächlich äußerst ungünstig - ausgerechnet heute ist doch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer in der Stadt. Der ging erst kürzlich in einem Interview hart mit der Hauptstadt ins Gericht und warf Berlin vor, so richtig funktionieren würde hier ja quasi nichts. 

Immerhin, Vattenfall hat angekündigt, jedem betroffenen Haushalt einmalig 20 Euro Schadensersatz zu zahlen - dann können es die Köpenicker ja so richtig krachen lassen!

Berliner bleiben gelassen

Die meisten aber sehen den Stromausfall ganz entspannt - endlich wieder Zeit, um mit der Familie zu reden...

... oder in den Himmel zu gucken, denn der Mond über Berlin war am Dienstag besonders schön.

... oder andere schöne Dinge zu tun. Die Berliner Polizei denkt da jedenfalls schon ein Stück voraus. 

Und zu guter Letzt gibt es immer noch die hartgesottenen Berliner, die einfach nichts erschüttern kann, auch kein großflächiger Stromausfall.