Das Schwarze Brett – voll mit bunten Zetteln. Das ist der Ort, an dem Studierende Wohnungen suchen. Außer in diesem Jahr.
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PotsdamDigitale Seminare und strengere Einreisebestimmungen sorgen zu Semesterbeginn für einen entspannteren Wohnungsmarkt in Brandenburg. Hochschulen und Studentenwerke stehen wegen der Corona-Krise aber auch vor einer Herausforderung, was Studenten aus dem Ausland angeht. 

Zu Beginn des neuen Wintersemesters sind wieder tausende Studenten in Brandenburg auf der Suche nach Wohnraum. Wegen der Corona-Pandemie fällt die Nachfrage aber verhaltener als sonst aus. Das ergab eine Umfrage der dpa. „Grundsätzlich sind unsere günstigen Wohnheimplätze weiterhin begehrt“, sagt etwa Josephine Kujau, Sprecherin des Studentenwerks Potsdam, das über 3200 Wohnheimplätze verfügt. Die 3000er-Marke bei den Bewerbungen habe man aber erst jetzt, über einen Monat später als üblich geknackt.

„Die geringere Bewerberzahl mag auch darauf zurückzuführen sein, dass einige Hochschulen, wie etwa die Universität Potsdam, coronabedingt später in die Vorlesungszeit starten und auch die Zulassungsbescheide später verschickt wurden“, erklärt Josephine Kujau. Es seien also noch weitere Bewerbungen zu erwarten.

„Die Nachfrage ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt im üblichen Umfang“, berichtet der Sprecher des Studentenwerks Frankfurt (Oder), Andreas Gaber. Fraglich sei allerdings, ob alle Interessenten auch anreisen werden. Dies werde stark davon abhängen, wie viele Präsenzveranstaltungen durch die Hochschulen tatsächlich angeboten werden. „Insbesondere bei den ausländischen Studierenden rechnen wir mit großen Problemen“, sagt der Sprecher. Hier gebe es coronabedingte Reisebeschränkungen sowie zum Teil lange Visa-Wartezeiten.

Von wenigen Veränderungen bei den Studentenzahlen geht die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde (Barnim) aus. Im Schnitt sind dort jedes Semester 2200 Studenten immatrikuliert, wie HNE-Sprecherin Johanna Köhle mitteilt. 2300 Bewerbungen für das neue Semester seien bereits eingegangen, bis zu 650 Erstsemester werden an der HNE ab dem 5. Oktober studieren können. „Allerdings werden viele der international Studierenden das Semester wohl vollständig online erleben“, erklärt die Sprecherin. Es gebe aber auch individuelle Lösungen für ein Präsenzsemester.

Was die Herausforderung mit internationalen Studenten angeht, stimmt sich das Potsdamer Studentenwerk gerade darüber ab, wie die gültige Quarantäneverordnung umgesetzt werden könne. „Denn Studierende aus Risikogebieten, deren Liste täglich länger wird, müssen, bevor sie ihr Zimmer beziehen, erst einmal 14 Tage in Quarantäne“, erklärt Josephine Kujau. Die Quarantänezeit dürfe allerdings nicht im Wohnheim selbst verbracht werden. „Wir sind in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem International Office der Uni Potsdam, um dafür gute Lösungen zu finden“, berichtet die Sprecherin.