Berlins Bildungssystem ist einer wirtschaftsnahen Vergleichsstudie zufolge das schlechteste der deutschen Bundesländer. Zu diesem Schluss kommt der „Bildungsmonitor 2016“, eine Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Besonders negativ bewerteten die Forscher, dass viele Ausbildungsverträge vorzeitig abgebrochen werden, Schüler bei Vergleichstests schlecht abschneiden und vor allem Ausländer die Schule häufig ohne Abschluss verlassen.

Die soziale Herkunft wirke sich in Berlin besonders stark auf den Bildungserfolg aus, so die Autoren. Nur wenige Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichten das Abitur. Positiv bewertet wurden dagegen Ganztagsangebote an vielen Schulen und hohe Drittmittel in der Forschung.

Für die Integration der Flüchtlingskinder muss Berlin der Studie zufolge im kommenden Jahr mit zusätzlichen Bildungsausgaben von rund 175 Millionen Euro rechnen. Gebraucht würden vor allem zusätzliche Lehrer und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung. Die Forscher gaben zu bedenken, dass die Integration ausländischer Jugendlicher in Berlin auch in den vergangenen Jahren schon besonders problematisch gewesen sei.

Hohes Angebot an Ganztagsplätzen

Das Bildungssystem in Brandenburg belegt der Studie nach den vorletzten Platz. Handlungsbedarf sehen die Forscher auch hier beim Thema Integration. Wenige Ausländer machten in Brandenburg Abitur, heißt es in der Untersuchung. Die Autoren bemängeln auch, dass insgesamt zu wenige Studierende einen technischen oder naturwissenschaftlichen Abschluss machten. Das Bildungssystem in der Mark weist aus Sicht der Forscher zugleich auch Stärken auf.

„Das Angebot an Ganztagsplätzen in Kindergärten und Schulen ist hoch“, lobt die Studie. Auch seien nur wenige Beschäftigte an Kitas zwischen Elbe und Oder ungelernte Kräfte.

Für die Integration der Flüchtlingskinder muss Brandenburg der Studie zufolge 2017 mit zusätzlichen Bildungsausgaben von rund 105 Millionen Euro rechnen. Gebraucht würden vor allem zusätzliche Lehrer und Kapazitäten in der Ausbildungsvorbereitung. Problematisch seien die vergleichsweise schlechten Ergebnisse bei der Integration. (BLZ/dpa)