Die Zahl der linksautonomen Gewalttaten hat in den Jahren 2009 bis 2013 stark zugenommen. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Studie des Verfassungsschutzes hervor. In der Analyse wurden 1523 Gewalttaten untersucht. Das entspricht durchschnittlich 305 Taten im Jahr. In den fünf Jahren zuvor waren jährlich 139 Gewaltdelikte registriert worden. Und die steigende Tendenz setzt sich fort. Im Jahr 2014 wurden 480 Taten registriert. Die Zahlen für 2015 sind noch nicht veröffentlicht.

Die Hälfte aller linken Gewalttaten wurden im Untersuchungszeitraum in Friedrichshain-Kreuzberg verübt, die wenigsten gab es mit zwei Taten in Spandau, sagen die Verfasser der Studie, die immer für einen Fünfjahreszeitraum erstellt wird. Danach sind die meisten Täter männlich, zwischen 21 und 24 Jahre alt, arbeitslos und unverheiratet. 92 Prozent der Linksautonomen wohnen der Studie zufolge noch bei den Eltern.

"Debatte über linke Gewalt"

Im untersuchten Zeitraum wurden vor allem Randale vor und während Demonstrationen registriert. Dabei ging es den Randalierern vor allem um Gewalt gegen Polizisten. Fünf Jahre zuvor waren vor allem Autos in Brand gesteckt worden. Die meisten der registrierten Täter wohnten in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg.

„Diese Untersuchung soll einen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über linke Gewalt liefern“, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) bei der Vorstellung der Studie. Während die Ächtung politisch rechts motivierter Gewalt zu einem gesellschaftlichen Konsens geworden ist, steht eine ähnliche Übereinkunft für linksmotivierte Gewalt nach wie vor aus, so der Senator.