Berlin - Gut jede fünfte Gewalttat, an der Berliner Schüler beteiligt waren, ereignete sich im öffentlichen Nachverkehr oder unmittelbar an Haltestellen. In diesem Punkt fällt Berlin auch im bundesweiten Vergleich mit anderen Großstädten besonders negativ auf. Das ist aber nur ein Ergebnis der Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen zur Jugendgewalt in Berlin.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer ließ dafür 3 167 Berliner Neuntklässler in ihren Klassen schriftlich befragen. Und insgesamt kam er am Mittwoch zu einem überraschenden Ergebnis: „Es gibt viel Positives, Berlin ist gar nicht besonders schlimm.“ Zwar sei in der Hauptstadt jeder sechste Neuntklässler schon einmal beraubt, geschlagen oder erpresst worden, dieser Wert liege aber nur leicht über dem Bundesniveau und gleichauf mit anderen Großstädten. Mobbing und Gewalt an Schulen sei in Berlin sogar unterdurchschnittlich ausgeprägt, sagte Pfeiffer. Auch beim Alkoholmissbrauch lägen die Berliner Neuntklässler weit hinter anderen Großstädten. Bemerkenswert sei zudem, dass die Schüler überdurchschnittlich hohes Vertrauen in die Berliner Polizei hätten. „Das hängt wohl mit der vorbildlichen Präventionsarbeit an den Schulen zusammen“, lobte Pfeiffer. Das führe dazu, dass bei der Polizei trotz einer vergleichsweise niedrigen Aufklärungsquote relativ viele Anzeigen von Opfern eingehen würden (27 Prozent).

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