Berlin - Es klingt nach der ersten Anmutung dramatisch, was der Steuerzahlerbund da aufschreibt: Das Land Berlin habe nicht nur eine eminent hohe Verschuldung, heißt es in einer Studie zur Zukunft der Beamtenversorgung in Deutschland. Vielmehr seien die „schwebenden Versorgungspflichten“ gerade in Berlin noch viel gravierender als die Altschulden, die derzeit 63,3 Milliarden Euro betragen – ein Befund, der auch auf Bremen zutrifft, das pro Kopf noch höher als die Hauptstadt verschuldet ist. Es geht um die künftigen Pensionen, Beihilfeleistungen und Zahlungen an Hinterbliebene, die Berlin laut Steuerzahlerbund bis zum Jahr 2050 zu leisten hat. Zwischen 66 und 69 Milliarden Euro kämen da noch einmal auf die ohnehin klamme Hauptstadt zu, mehr als der im aktuellen Haushalt sauber ausgewiesene Schuldenstand.

Dass dies eine reichlich kühne Rechnung ist, dürfte allerdings schon damit klar sein, dass die selbst ernannten Steuerzahlerlobbyisten mal eben eine Prognose für knapp vier Jahrzehnte wagen. In dieser Zeit kann selbstverständlich viel passieren. Was die Konjunktur bringt, insbesondere in Berlin, ist über einen solchen Zeitraum komplett ungewiss; derzeit stehen die Zeichen allerdings nicht schlecht. Es können aber in den kommenden 38 Jahren auch noch einige Gesetze geändert werden, die zum Beispiel Ansprüche mindern oder aber Einnahmen erhöhen. Die Personalpolitik, etwa die Zahl der Einstellungen und die Frage von Verbeamtungen, kann ebenfalls in gewissem Umfang gesteuert werden. Und, das beruhigt ein wenig, es können sogar noch Vorsorgemaßnahmen getroffen, also zum Beispiel Rückstellungen angelegt werden. Denn es ist noch nicht zu spät dafür.

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