Gütersloh/Berlin - Aus durchschnittlich zwei von drei Klassen an Gymnasien wurde im Schuljahr 2010/11 ein Schüler herabgestuft, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung zur Durchlässigkeit der Schulsysteme hervorgeht. Aber auch insgesamt ist innerhalb der Sekundarstufe I ein Abstieg wahrscheinlicher als ein Aufstieg. Auf einen Aufsteiger kamen fast sieben Absteiger. Damit weise die Hauptstadt im Bundesländervergleich ein sehr ungünstiges Verhältnis auf.

Alles in allem wechselten im Schuljahr 2010/11 mehr als 4600 Schüler in Berlin zwischen Klasse 7 und 10 die Schulform. Das seien 4,9 Prozent aller Schüler dieser Jahrgangsstufen und damit mehr als doppelt so viel wie im Bundesschnitt (2,2 Prozent). Von knapp 1450 Absteigern wechselten die meisten vom Gymnasium auf eine niedrigere Schulform, wie die Bertelsmann Stiftung weiter mitteilte.

Lediglich etwas mehr als 200 Schülern sei in dem Schuljahr der Aufstieg in eine höhere Schulform gelungen. Rund 1450 haben einer Sprecherin zufolge eine andere Schulform besucht ohne auf- oder abzusteigen. Viele seien in der Statistik nicht richtig zuzuordnen.

Aus Sicht der Bertelsmann Stiftung ist der Weg von oben nach unten aufgrund von schlechten Noten noch häufig pädagogische Praxis. Viel zu selten werde aber geprüft, ob ein Schüler einen Aufstieg schaffen könne. Die Stiftung betonte zudem die Bedeutung der individuellen Förderung. Das Berliner Schulsystem ist gerade im Wandel. Neben dem Gymnasium soll es künftig nur noch die Integrierte Sekundarschule geben, Haupt- und Realschule laufen aus. (dpa)