Sturmtief "Sabine": Der Hamburger Fischmarkt mit der Fischauktionshalle steht am Montagnachmittag wegen einer Sturmflut unter Wasser.
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Das Wichtigste in Kürze 

  • Fernverkehr der Bahn rollt frühestens am Montag um 10 Uhr wieder an
  • Eurowings nimmt Flugbetrieb allmählich wieder auf
  • Mehrere Menschen in Deutschland durch Sturm „Sabine“ verletzt
  • Orkanböen mit mehr als 170 Stundenkilometern gemessen
  • Baugerüst in Berlin-Mitte umgefallen

+++ 10. Februar +++

Sturmflut an der Nordseeküste

An der Nordseeküste kam es am Montagnachmittag zu Sturmfluten. Von einer Sturmflut spricht man dort, wenn die Pegelstände 1,50 bis 2,50 Meter über mittlerem Hochwasser (MHW) liegen. In Hamburg-St. Pauli stand der Fischmarkt unter Wasser.

Verletzte durch Sturm

In NRW wurde ein 17-Jähriger in Paderborn von einem herabfallenden Ast am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Sechs weitere Menschen in NRW wurden schwer, sechs leicht verletzt. Unter den Verletzten seien vier Rettungskräfte, hieß es vom Düsseldorfer Innenministerium.

Auch aus anderen Bundesländern wurden Verletzte gemeldet - zum Beispiel aus dem Saarland. Eine Frau schwebte hier am Montag noch in Lebensgefahr. Sie war nach Angaben eines Polizeisprechers am Sonntagabend zusammen mit einer Kollegin aus dem Klinikum in Saarbrücken auf dem Weg zu ihrem geparkten Auto gewesen, als ein Baum umstürzte und die beiden Frauen traf. Die Kollegin sei leicht verletzt worden.

Strand in Wangerooge stark beschädigt

Auf der Nordseeinsel Wangerooge wurde der Strand stark beschädigt. Die Abbruchkante sei teilweise bis zu zwei Meter hoch und erstrecke sich am Hauptstrand über eine Länge von etwa einem Kilometer, sagte der stellvertretende Ratsvorsitzende der Insel, Peter Kuchenbuch-Hanken.

Wetterdienst rechnet mit weiteren Sturmböen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass es in den nächsten Tagen stürmisch bleibt. Bereits für den späten Montagabend erwarte man von Frankreich und Belgien her neue kräftige Schauer. «Damit legt der Wind vor allem im Süden und der Mitte erneut kräftig zu, es drohen schwere Sturmböen», schrieb der DWD auf Twitter. An diesem Dienstag sei dann vor allem bei Schauern mit stürmischen Böen und Sturmböen zu rechnen. Die Nordseeküste stellte sich auf Sturmfluten ein.

Die Deutsche Bahn empfahl, bis Dienstag geplante Fahrten im Fernverkehr auf einen anderen Tag zu verschieben. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg würden am Dienstagmorgen noch die Folgen des Sturms zu spüren sein, teilte die Bahn am Montagabend mit. Sie bat Reisende, sich vor Fahrtbeginn über bahn.de/aktuell oder die App «DB Navigator» zu informieren.

Stromausfälle durch „Sabine“ - Hunderte Kunden betroffen

Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ ist es in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg zu Stromausfällen gekommen. Am Montagvormittag waren noch jeweils 500 Kunden in Mittelsachsen, im Vogtlandkreis und im Umland von Cottbus betroffen, wie eine Sprecherin der Firma Mitnetz Strom (Kabelsketal/Saalekreis) am Montag mitteilte. Es werde weiter an der Behebung der Stromausfälle gearbeitet.

Es sei allerdings für Mitarbeiter teilweise sehr schwierig die Leitungen und Anlagen zu erreichen. Grund seien wegen Sturmschäden gesperrte Straßen und Waldgebiete. In Spitzenzeiten waren den Angaben zufolge wegen des Sturmtiefs Montag früh gegen 5.00 Uhr zeitgleich 6500 Kunden in dem Versorgungsgebiet des Unternehmens ohne Strom, darunter auch im Harz.

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom) ist eine Tochter der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM/Chemnitz). Die Firma hat Kunden in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. (dpa)

Bahn nimmt Fernverkehr allmählich wieder auf - Ausnahme Bayern

Die Deutsche Bahn hat damit begonnen, den Fernverkehr nach und nach wieder aufzunehmen. Im Laufe des Vormittags sollen die Züge in weiten Teilen Deutschlands wieder fahren, sagte ein Bahnsprecher. Eine Ausnahme sei Bayern, wo es noch stürmisch sei. Bahnkunden müssen den ganzen Tag über noch mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Die Bahn hatte den Fernverkehr am Sonntagabend wegen des Sturmtiefs Sabine eingestellt und den Kunden empfohlen, ihre für Montag und Dienstag geplanten Fahrten zu verschieben. Auch der regionale Bahnverkehr stand in vielen Bundesländern still. (dpa)

Hunderte Flugausfälle wegen Orkan „Sabine“

Orkantief „Sabine“ hat zu Hunderten Flugausfällen in Deutschland geführt. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main lief der Flugbetrieb am Morgen normal an: Es gebe bislang keine massiven Verspätungen wegen des Sturms, sagte ein Sprecher. Einige Airlines hatten im Vorfeld vorsorglich Flüge abgesagt. Wegen des Sturms waren am Vortag 190 Starts und Landungen in Frankfurt gestrichen worden.

Größer dagegen die Auswirkungen in München: 420 von normalerweise mehr als 1000 Flügen wurden annulliert, wie ein Sprecher sagte. Vor allem die Lufthansa, der größte Kunde des Flughafens München, hatte alle Kontinentalflüge bis 13 Uhr und alle Interkontinentalflüge bis 14 Uhr an Deutschlands zweitgrößtem Airport ausgesetzt.

Auch an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen fielen wegen des Orkantiefs am Morgen zahlreiche Flüge aus. Vor allem die Entscheidung von Eurowings, während des Sturms fast alle Flüge zu streichen, führte an den beiden großen NRW-Flughäfen in Düsseldorf und Köln zu rund 150 gestrichenen Starts und Landungen.

Am Morgen kündigte Eurowings an, den Flugbetrieb ab 10 Uhr schrittweise wiederaufzunehmen. Trotzdem werde es „noch zu Unregelmäßigkeiten an deutschen Flughäfen kommen“. Eurowings-Passagiere werden gebeten, sich im Internet oder über eine Kundenhotline über den aktuellen Stand zu informieren.

Dutzende Flüge wurden auch in Stuttgart annulliert. Nach Angaben einer Sprecherin wurden bis zum Montagmorgen mindestens 35 Starts abgesagt. Mit Einschränkungen rechnete der Flughafen bis in den Nachmittag hinein.

Die Auswirkungen von „Sabine“ werden am Hamburger Flughafen auch am Montag weiter spürbar sein. Zwar starten und landen Maschinen, aber 42 Ankünfte und 47 Abflüge wurden gestrichen, wie eine Sprecherin sagte. Normalerweise gebe es 200 Starts und Landungen an einem Tag. (dpa)

Orkanböen mit mehr als 170 Stundenkilometern gemessen

Orkantief „Sabine“ hat es auf dem Feldberg im Schwarzwald mit Böen von mehr als 170 Stundenkilometern stürmen lassen. Um 7 Uhr am Montagmorgen seien dort 177 Stundenkilometer registriert worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Auch auf dem Brocken im Harz stürmte es heftig: Dort gab es um 4  Uhr Böen mit 171 Stundenkilometern.

Bei Stürmen wie „Sabine“ werden meist auf den Bergen die Spitzengeschwindigkeiten gemessen. Das Orkantief soll noch stundenlang weiter stürmen: Die stärksten Böen und teils auch Starkregen erwarten die Meteorologen jetzt für den Süden. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut DWD die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern die höchste. (dpa)

Rund 50 Feuerwehreinsätze in Berlin wegen Orkantiefs „Sabine“

Rund 50 Mal ist die Berliner Feuerwehr bis zum Montagmorgen zu Einsätzen wegen Orkantiefs „Sabine“ ausgerückt. Größere Schäden habe es aber nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Vor allem umgestürzte oder unterspülte Bäume gingen nach einer ersten Bilanz auf das Konto von „Sabine“. Unter anderem war in der Pasewalker Straße in Wedding ein Baum nach Angaben des Sprechers umgestürzt und ist auf drei Autos gefallen, auch ein 30 Quadratmeter großes Werbebanner drohte wegzufliegen.

Einen der größten „Sabine“-Einsätze gab es bereis am Sonntagabend in der Sophienstraße in Mitte. Hier kippte ein 150 Quadratmeter großes Baugerüst um und stürzte auf die Straße. Verletzte gab es nicht. Das Gerüst beschädigte laut Feuerwehr auch ein gegenüber liegendes Gebäude leicht.

Die Berliner Polizei vermeldete in der Nacht zu Montag wenig Schäden durch den Sturm. Ob es wetterbedingte Unfälle in der Hauptstadt gab, war am Morgen noch unklar.

Der Deutsche Wetterdienst warnte für Sonntag- bis Dienstagabend vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Kilometern pro Stunde. An manchen Stellen könne es aber auch teils schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde geben. (dpa)

Mehrere Menschen in Deutschland durch Sturm „Sabine“ verletzt

Durch den Sturm „Sabine“ sind in Deutschland mehrere Menschen verletzt worden. In Saarbrücken wurden zwei Frauen schwer verletzt, als auf dem Parkplatz des Klinikums ein Baum auf sie niederstürzte, wie ein Polizeisprecher in der Nacht zum Montag mitteilte. Eine der Frauen befinde sich in Lebensgefahr.

In Paderborn wurde nach Angaben der Polizei ein 16-jähriger Junge schwer am Kopf verletzt, als er in einem bewaldeten Gebiet von einem herumfliegenden Ast getroffen wurde. Der Junge wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wie ein Sprecher der Polizei Paderborn sagte.

Kranausleger knickt um und fällt auf Frankfurter Dom

Sturm „Sabine“ hat in Frankfurt am Main den Ausleger eines Baukrans umgeknickt und zum Teil durch das Dach des Frankfurter Doms gedrückt. Das Dach sei beschädigt, hieß es von der Polizei. Verletzt wurde niemand. Wie hoch der Schaden ist, konnte in der Nacht noch nicht gesagt werden. Die herbeigerufene Feuerwehr stellte fest, dass der Ausleger keine Gefahr darstellt, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Eine Fachfirma solle den Kran am Montag zurückbauen und den Ausleger entfernen, hieß es. (dpa)

Starke Verkehrseinschränkungen - Fernverkehrszüge sollen ab 10 uhr wieder anrollen

Das Orkantief zog in der Nacht über große Teile Deutschlands hinweg und sorgte für starke Verkehrsbeeinträchtigungen. Diverse Straßen mussten gesperrt werden. Die Autobahn A45 wurde in Nordrhein-Westfalenzwischen dem Kreuz Hagen und Hagen-Süd wegen umgestürzter Bäume voll gesperrt, wie der Landesbetrieb Straßenbau NRW mitteilte.

Die Deutsche Bahn hatte wegen „Sabine“ ihren Fernverkehr bereits am Sonntagabend landesweit komplett eingestellt. Der Betrieb dieser Züge werde frühstens am Montagvormittag ab 10 Uhr wieder aufgenommen, teilte die Bahn mit. Es sei bereits absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden.

Die Strecken würden nach den notwendigen Erkundungsfahrten zur Sichtung der Schäden nach und nach wieder freigegeben, kündigte die Bahn an. Eine Begutachtung der Lage sowie Reparaturen seien aber nur bei Tageslicht möglich. Wegen des Sturms musste die Bahn am Sonntag auch den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen einstellen. (afp)

Meteorologe: Orkan flaut im Norden ab - im Süden „kommt noch alles“

Orkantief „Sabine“ hat weite Teile Deutschlands überquert - im Süden steht der schwere Sturm jetzt unmittelbar vor der Tür. Im Norden flaute der Sturm bereits wieder ab: „Die Kaltfront zieht sich aktuell vom Saarland über Südhessen nach Thüringen und Berlin“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am frühen Montagmorgen. Dort gebe es schwere bis orkanartige Böen.

Im Südosten Deutschlands „kommt noch alles“, das Unwetter werde hier in der ersten Tageshälfte erwartet. In ganz Süddeutschland sind in tiefen Lagen einzelne Orkanböen (um 120 km/h) möglich, auf den Bergen teils die volle Orkanstärke (über 140 km/h). Im Süden müssen die Menschen gebietsweise mit Starkregen rechnen, zudem kann es in der Mitte und im Süden der Republik am Morgen kräftig gewittern.

Das stürmische Wetter soll den Meteorologen zufolge in ganz Deutschland bis Dienstagabend anhalten. „Sabine“ ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie „Kyrill“ (2007) oder „Lothar“ (1999) werde „Sabine“ nicht, hieß es im Vorfeld. (dpa)

+++ 9. Februar +++

Bahn: Fernverkehr bis mindestens 10 Uhr am Montag eingestellt

Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ wird der Fernverkehr der Deutschen Bahn bis mindestens 10 Uhr am Montagvormittag eingestellt bleiben. „Erst nach Schadaufnahme im Rahmen von Erkundungsfahrten und erforderlichen Reparaturarbeiten werden ab voraussichtlich 10 Uhr die Strecken für den Fernverkehr sukzessive wieder freigegeben“, schrieb die Bahn in ihrem Internetauftritt.

„Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden.“ Man empfehle den Reisenden, bis Dienstag (11.2.) geplante Fahrten im Fernverkehr auf einen anderen Tag zu verschieben.

Einschränkungen am Montag in Berlin

Der Regionalverkehr lief am Sonntagabend in der Region nach Auskunft der Bahn ohne Probleme. Allerdings wurden für Montagmorgen die ersten Züge auf den Strecken RE 6 Wittenberge - Berlin-Gesundbrunnen, RB 55 Kremmen-Hennigsdorf und RB 23 Potsdam - Michendorf wegen der erwarteten Sturmschäden gestrichen.

Auch auf den Berliner Flughäfen muss für Montag mit Einschränkungen gerechnet werden. Es wurden für Tegel und Schönefeld zahlreiche Flugstreichungen angekündigt. Fluggäste wurden gebeten, sich in regelmäßigen Abständen bei ihren Airlines zu informieren.

Die Berliner Verkehrsbetriebe baten ihre Fahrgäste, am Montagmorgen wegen des Sturmes mehr Zeit einzuplanen. Es könne zu Störungen bei U-Bahn, Tram und Bus kommen.

Schule trotz des Sturmes in Berlin – Eltern können ihre Kinder aber zu Hause lassen

In Berlin findet trotz des Sturmes am Montag der Schulunterricht statt. Eltern könnten ihre Kinder aber zu Hause lassen oder später zur Schule schicken, wenn sie durch den Sturm eine Gefahr für ihren Nachwuchs sehen, das sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung am Sonntag. Sie müssten aber die Schule informieren.

Damit habe Berlin die gleiche Regelung wie etwa Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein. Eigentlich ist am Montag in Berlin und Brandenburg der erste Schultag nach den Winterferien.

Das Brandenburger Bildungsministerium hatte Eltern schon vor dem Wochenende gebeten, die jeweilige Schule möglichst rechtzeitig zu informieren, wenn sie ihr Kind wegen extremer Witterung zu Hause behalten. In solchen Fällen gelten die Kinder als entschuldigt, erklärte das Ministerium am Freitag. Die Schulen seien informiert, verantwortungsbewusst zu reagieren, um die Gesundheit der Schüler zu schützen.

Berliner Feuerwehr erwartet Sturm-Höhepunkt in der Nacht zum Montag

Der Deutsche Wetterdienst warnte für Sonntag- bis Dienstagabend vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Stundenkilometern. An manchen Stellen könne es aber auch teils schwere Sturmböen mit bis zu 100 Stundenkilometern geben. Die Feuerwehr rechnete mit dem Höhepunkt in der Nacht zum Montag zwischen etwa 2 Uhr und 4 Uhr.

A45 wegen umgestürzter Bäume Richtung Frankfurt voll gesperrt

Wegen umgestürzter Bäume ist in Nordrhein-Westfalen ein Stück der Autobahn 45 voll gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen dem Kreuz Hagen und der Anschlussstelle Hagen-Süd, in Fahrtrichtung Frankfurt. Dies teilte der Landesbetrieb Straßenbau am Sonntagabend mit.

Laut Autobahnpolizei Dortmund drohten weitere Bäume umzustürzen. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagmittag, 13.00 Uhr, andauern, sagte ein Polizeisprecher.

Bahn will Übernachtungszüge bereit stellen

Signale stehen auf Rot: Fernzüge dürfen die Bahnhöfe nicht mehr verlassen.
Foto: dpa/Uwe Zucchi

Gestrandete Bahnreisende, deren Züge wegen des Sturmtiefs „Sabine“ am Sonntag nicht weiterfahren können, sollen im Rahmen ihrer Fahrgastrechte Hotelgutscheine und Taxigutscheine erhalten. In größeren Bahnhöfen sollen zudem sogenannte Übernachtungszüge bereitgestellt werden, sagte DB Konzernsprecher Achim Stauß am Sonntag im Berliner Hauptbahnhof. Das habe sich „bereits bei früheren Sturmsituationen bewährt“.

Bundesweit seien mehrere tausend Bahnmitarbeiter zusätzlich im Einsatz, „viele melden sich in solchen Situationen freiwillig“. Züge in Regionen, die vom Sturm besonders betroffen sind, sollen „in den Bahnhöfen gehalten werden“, weil die Fahrgäste dort besser betreut werden können. Sie sollen nicht weiter auf die Strecke fahren. Der Fernverkehr aus IC- und ICE-Zügen soll am Sonntagabend bundesweit eingestellt werden.

Nach dem Sturm sollen die Bahnstrecken zunächst mit Hubschraubern abgeflogen werden, um Schäden zu lokalisieren. Erst wenn Technik und Gleise in einwandfreiem Zustand sind, können wieder Züge fahren, sagte der Sprecher. Sicherheit gehe vor.

Auch Abellio kündigt wegen „Sabine“ massive Behinderungen an

Zugreisende in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen sich am Montag wegen des Sturmtiefs „Sabine“ auch beim Bahnunternehmen Abellio auf erhebliche Behinderungen einstellen. Es werde zu massiven Verspätungen und Zugausfällen kommen, teilte ein Unternehmenssprecher am Sonntagabend mit. Meist werde kein Ersatzverkehr angeboten werden können.

Bereits am Sonntagabend muss mit Verzögerungen gerechnet werden. Abellio setzte die Höchstgeschwindigkeit seiner Regionalzüge vorsichtshalber auf 80 Kilometer pro Stunde herab. Betroffen ist das Dieselnetz in Sachsen-Anhalt, das etwa Magdeburg mit dem Salzlandkreis, dem Harz, Stendal und Wolfsburg verbindet. Auch im Süden Sachsen-Anhalts mit den Abellio-Linien zwischen dem Raum Leipzig-Halle, Naumburg, Erfurt, Eichsfeld, Eisenach und Kassel gilt das herabgesetzte Tempo.

Bahn will Fernverkehr wegen Sturms bundesweit einstellen

Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr wegen des Orkans „Sabine“ nach und nach bundesweit einstellen. Man habe sich entschieden, „beginnend in NRW nach und nach alle Züge des Fernverkehrs bundesweit an größeren Bahnhöfen enden zu lassen“, schrieb die Bahn am Sonntagnachmittag in ihrem für den Sturm eingerichteten Presseblog.

Im Regionalverkehr waren zuvor bereits mehrere Strecken gesperrt worden, weil umgestürzte Bäume die Gleise blockiert hatten.

Baugerüst in Berlin-Mitte umgestürzt

In der Sophienstraße in Berlin-Mitte ist ein Baugerüst umgestürzt (9.2.2020).
Foto: Morris Pudwell

Die ersten Vorläufer des Sturmtiefs „Sabine“ sind am Sonntagnachmittag in Berlin zu spüren gewesen: Ein Baugerüst kippte auf der Sophienstraße in Berlin-Mitte um und stürzte auf die Straße. Verletzte gab es nicht.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, Anwohner hätten von einer starken Windböe berichtet. Das Gerüst beschädigte laut Feuerwehr auch ein gegenüber liegendes Gebäude leicht.

Der Deutsche Wetterdienst warnte für Sonntag- bis Dienstagabend vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Stundenkilometern. An manchen Stellen könne es aber auch teils schwere Sturmböen mit bis zu 100 Stundenkilometern geben.

Bis zu Tempo 180 - „Sabine“ bringt extreme Orkanböen auf den Brocken

Sturmtief „Sabine“ sorgt auf dem Brocken für extreme Orkanböen. Bis zum frühen Sonntagabend wurden Spitzengeschwindigkeiten von 156 Kilometer pro Stunde gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig sagte.

Laut Prognosen könnte es der Orkan auf dem Brocken-Plateau im Laufe der Nacht auch noch auf Tempo 180 bringen. Die Harzer Schmalspurbahnen hatten schon am Sonntagmittag vorsorglich ihre Fahrten zum Brocken eingestellt - die Einschränkungen sollen bis Dienstagnachmittag dauern.

IC-Zug nach Berlin fährt in umgestürzten Baum - 300 Reisende hängen fest

Ein Intercity-Zug ist im Emsland während des aufziehenden Sturmtiefs „Sabine“ in einen umgestürzten Baum gefahren und steckt auf offener Strecke fest. In dem IC von Amsterdam nach Berlin sitzen etwa 300 Reisende, teilte die Deutsche Bahn am Sonntag mit. Ein Notfallmanager sei unterwegs zu dem Unfallort bei Salzbergen zwischen dem Grenzbahnhof Bad Bentheim und Rheine. Bislang erwartet die Bahn, dass der Zug mit einer Verspätung von zwei Stunden seine Fahrt fortsetzen kann. Die Regionalzüge werden über das Gegengleis umgeleitet, verspäten sich und halten nicht in Schüttorf und Salzbergen. (dpa)

Eurowings unterbricht Flugbetrieb an Berliner Flughäfen

Eurowings informiert Passagiere, dass der Flugbetrieb an den Flughäfen Hamburg, Berlin, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Stuttgart für die Dauer des Sturms unterbrochen wird. 

Flughafen Amsterdam-Schiphol sagt wegen Orkantiefs 120 Flüge ab

Der niederländische Flughafen Amsterdam-Schiphol hat wegen des Orkantiefs am Sonntag rund 120 Starts und Landungen gestrichen. Betroffen seien Flüge der Unternehmen KLM, British Airways, Easyjet und Lufthansa, teilte ein Flughafensprecher mit. Weitere Annullierungen sowie Verspätungen könnten hinzukommen. Amsterdam-Schiphol ist eines der wichtigsten Drehkreuze im internationalen Luftverkehr. Die Fluggesellschaft KLM hatte bereits am Samstag über die Streichung von 40 Flügen in Europa informiert. Wegen des Orkantiefs „Sabine“, das in anderen europäischen Ländern „Ciara“ genannt wird, kommt es im Nordwesten Europas zu zahlreichen Ausfällen im Flug- und Bahnverkehr. (AFP)

Park- und Forstmitarbeiter in Brandenburg stellen sich auf Sturm ein

Abbrechende Äste, umstürzende Bäume: Der trockene Sommer hat bereits seine Spuren an den Bäumen in Brandenburgs Wäldern und Parks hinterlassen - nun sorgt auch noch Orkantief „Sabine“ für Gefahren bei Spaziergängen. „Die Bäume sind schon stark angeschlagen durch die Trockenheit. Der Sturm könnte sich dadurch deutlich stärker auswirken“, sagte Carsten Leßner, Referatsleiter Wald- und Forstwirtschaft im Umweltministerium Brandenburg am Sonntag.

Am Montagmorgen werde es Rundgänge geben, dann nehmen die Fachbereichsleiter der Parks entstandene Schäden auf, die der Sturm angerichtet hat, sagte der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Frank Kallensee. Sollte es auch am Montag eine Unwetterwarnung geben, blieben die Parks komplett geschlossen. Der Schlosspark Oranienburg teilte mit, wegen des Sturmes am Sonntag aus Sicherheitsgründen zu schließen. Auch für den Montag kündigte der Park an, je nach Wetterlage, möglicherweise geschlossen zu bleiben. Nach Angaben des DWD sollten die teils schweren Sturmböen auch am Montag anhalten. (dpa)

Das vom Atlantik kommende Orkantief „Sabine“ rückt näher. Ein Auto steht auf einem Parkplatz der Mole des Fähranlegers am Hafen von Dagebüll im Wasser der Nordsee.
Foto: dpa/Bodo Marks

Unwetterwarnungen in Teilen Deutschlands bis zum frühen Montagabend

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat Unwetterwarnungen für Teile Deutschlands wegen des Sturmtiefs „Sabine“ nun teilweise bis zum frühen Montagabend herausgegeben. Am Sonntag rechnete der DWD im Nordwesten mit ersten Ausläufern des befürchteten Orkantiefs. „Es bringt Deutschland eine schwere Sturmlage“, hieß es in einer Mitteilung. In Richtung Süden werde der Sturm erst in der zweiten Nachthälfte am Montag erwartet und könne dann bis zum Nachmittag anhalten. Aktuelle Warnungen gelten für die Zeit bis Montag 18.00 Uhr. Für die mittleren Landesteile sei eine Verlängerung der Unwetterwarnungen nicht auszuschließen. Durch das Unwetter könnten laut DWD Bäume entwurzelt werden oder Dachziegel auf die Straße fliegen. Auch größere Schäden an Gebäuden könne es geben. Von Vorpommern bis zur Niederlausitz werde bislang nicht mit verbreiteten Unwettern gerechnet. Doch auch hier seien bei Gewittern Orkanböen möglich. (dpa)

Ausfälle am Flughafen Berlin-Tegel

Wegen des angekündigten Sturms „Sabine“ sind am Berliner Flughafen Tegel einige Abflüge gestrichen worden. Betroffen sind unter anderem Verbindungen am Sonntagnachmittag und Abend nach London, Brüssel, Düsseldorf und Köln/Bonn, wie der Flughafen im Internet mitteilte. Fluggäste werden gebeten, sich bei den Fluggesellschaften und auf der Website der Berliner Flughäfen zu informieren, sagte Sprecherin Sabine Deckwerth. „Unsere Verkehrsleitung in Tegel und Schönefeld steht in engem Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst“. Abhängig von der Windstärke würden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. „Ab 45 Knoten muss alles fest angebunden werden, beispielsweise Treppen zu den Flugzeugen und Container“. Am Mittag war die Lage zunächst noch unproblematisch. Alles weitere werde anhand der Wetterentwicklung entschieden, so die Sprecherin.

Zootiere werden reingebracht

Die Tierparks und Zoos in Brandenburg haben sich am Sonntag auf das Orkantief „Sabine“ vorbereitet. „Wir haben Traktoren und Kettensägen bereitgestellt und zusätzliche Helfer eingewiesen, falls der Sturm Schäden im Park anrichtet“, sagte Jan Tayeb, Geschäftsführer des Wildparks Johannismühle in Baruth/Mark (Landkreis Teltow-Fläming). Gefährliche Tiere wie die Zoobären würden im Innengehege gesichert. Extra reingebracht werden müssten sie jedoch nicht. „Die Bären schlafen noch tief und fest“, sagte Tayeb am Sonntagmittag. Auch der Zoo Cottbus ist auf den Sturm vorbereitet. Falls es vor dem offiziellen Schluss um 17.00 Uhr zu stürmisch wird, werde der Zoo bereits eine Stunde früher schließen. Das solle am späten Nachmittag entschieden werden, sagte ein Mitarbeiter. Gefährliche Tiere wie Tiger, Leoparden und Luxe würden ins Innengehege gesperrt. So auch Zebras und Antilopen. Für die anderen Tiere würde man aber nicht extra Vorbereitungen treffen. „Die Tiere wissen, wenn ungemütliches Wetter ist, wo sie Schutz finden“, sagte der Mitarbeiter. Sie stellten sich dann zum Beispiel in Gehegeecken oder verziehen sich in Nischen.

Unwetterwarnung für Brandenburg - auch in Berlin Sturmböen erwartet

Der Deutsche Wetterdienst hat für Sonntagabend bis Montagfrüh vor orkanartigen Böen in Teilen Brandenburgs gewarnt. Ab dem Abend und in der Nacht werden im Südwesten, Teilen des Westens sowie dem Nordwesten orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 115 Stundenkilometern erwartet, wie der DWD am Sonntag mitteilte. Das vom Atlantik kommende Orkantief „Sabine“ sorge für Windstärke 10 bis 11i. Begleitet von Schauern könne sogar Windstärke 12 und Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern erreicht werden, wie ein DWD-Sprecher sagte. Es könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. „Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien“, teilte der DWD mit. Wer doch draußen sei, solle insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Möglich seien herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Der Wetterdienst riet, alle Fenster und Türen zu schließen und Gegenstände im Freien zu sichern. Auch in Berlin und dem restlichen Brandenburg einschließlich der Städte Potsdam und Cottbus warnte der DWD vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Stundenkilometern und Windstärke 8 bis 9, an manchen Stellen könne es aber auch hier teils schwere Sturmböen mit bis zu 100 Stundenkilometern und Windstärke 10 begleitet von Schauern und Gewittern geben. Ab Windstärke 10 können laut DWD Bäume brechen und größere Schäden an Häusern entstehen.

Kein Derby, viele Absagen: „Sabine“ wirbelt den Spielplan kräftig durcheinander

Sturmtief „Sabine“ sorgt für zahlreiche Absagen im deutschen Sport: Nicht nur das Bundesliga-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln fällt wegen des Sturms aus. Köln (SID) „Sabine“ wirbelt den Sport kräftig durcheinander: Das Sturmtief hat nicht nur für die Absage des Derbys in der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln gesorgt - auch zahlreiche weitere Spiele, Wettkämpfe und Events fielen wegen des Orkans ins Wasser.

Das Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln ist wegen des Sturmtiefs „Sabine“ abgesagt worden.
Foto: dpa/Roland Weihrauch

Aufenthalt im Freien vermeiden

„Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien“, teilte der DWD mit. Wer doch draußen sei, solle insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Möglich seien herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Der Wetterdienst riet, alle Fenster und Türen zu schließen und Gegenstände im Freien zu sichern. Auch in Berlin und dem restlichen Brandenburg einschließlich der Städte Potsdam und Cottbus warnte der DWD vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 85 Stundenkilometern und Windstärke 8 bis 9, an manchen Stellen könne es aber auch hier teils schwere Sturmböen mit bis zu 100 Stundenkilometern und Windstärke 10 begleitet von Schauern und Gewittern geben. Ab Windstärke 10 können laut DWD Bäume brechen und größere Schäden an Häusern entstehen.


+++ 8. Februar +++

Bahn rät: auf andere Tage ausweichen

Die Deutsche Bahn will wegen möglicher Sturmschäden die Stärke ihres Bereitschaftspersonals verdoppeln. Die Bahn sei auf Schadensfälle wie zerstörte Oberleitungen oder umgekippte Bäume vorbereitet. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen sollen eingesetzt werden, um versperrte Gleise frei zu bekommen. „Reisende, die ihre Fahrt wegen des zu erwartenden Sturms auf einen anderen Tag verschieben möchten, können dies unkompliziert tun“, sagte ein Bahnsprecher. Wer nicht reisen möchte, kann die Fahrkarte kostenfrei stornieren. Der Sturm könnte auch den Flugbetrieb an den Flughäfen Tegel und Schönefeld einschränken. Eine Flughafensprecherin sagte, dass die Abfertigung ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 70 Kilometern pro Stunde nicht mehr möglich sei. Auch zum Wochenanfang am Montag soll es stürmisch und regnerisch bleiben, bei Höchstwerten von 12 Grad. Nach DWD-Angaben sind örtlich auch Gewitter möglich.

Bahn stellt Fernverkehr zur Nordseeküste wegen Sturms ein

Angesichts des aufziehenden Unwetters stellt die Deutsche Bahn den Fernverkehr zur Nordseeküste in Niedersachsen ein. Betroffen sind die Intercity-Züge der Verbindung von Norddeich und Emden über Oldenburg und Bremen Richtung Leipzig und zurück, teilte die Deutsche Bahn am Sonntag mit. Außerdem entfallen die Intercity-Züge auf der Verbindung von Norddeich und Emden Richtung Ruhrgebiet über Rheine und Münster sowie zurück. Während einige der Züge komplett entfallen, fahren einige der IC noch aus dem Osten kommend bis Hannover oder Bremen. Auch für die Regionalzüge auf den Strecken Richtung Küste wurde vor Behinderungen gewarnt.

Etliche Flüge ab Hannover und Bremen fallen wegen Sturmtiefs aus

Wegen des aufziehenden Orkantiefs „Sabine“ sind an den norddeutschen Flughäfen Hannover und Bremen am Sonntag etliche Flugverbindungen gestrichen worden. In Hannover waren Flüge von und nach Paris, Amsterdam, München und Frankfurt betroffen, wie der Flughafen mitteilte. Am Bremer Airport ging es ebenfalls um Verbindungen nach Frankfurt, München, Amsterdam sowie nach Stuttgart. Der übrige Flughafenbetrieb sei derzeit aber nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher des Bremer Flughafens.