Seit einem Monat ist die 15-jährige Rebecca Reusch aus Britz verschwunden. Die immer verzweifelter werdende Suche ging auch an diesem Wochenende weiter.

Am Sonnabend suchten Ermittler der Mordkommission und Hundeführer die Abfahrten der Autobahn A12 in Richtung Frankfurt (Oder) ab. Dabei nahm einer der drei Personenspürhunde – sogenannte Mantrailer – eine Spur an der Abfahrt Fürstenwalde-West auf. Der Mantrailer, der angeblich Gerüche von Personen wahrnehmen kann, die sich mehrere Wochen zuvor an einem Ort aufgehalten haben, folgte der Spur auf der Landstraße Richtung Bad Saarow.

Ob es eine Geruchsspur von Rebecca oder dem tatverdächtigen Schwager war, der sie getötet haben soll, wollte die Polizei nicht sagen. Gegen 17 Uhr verlor sich die Spur, und die Polizei brach die Suche ab. Am Sonntag suchten die Polizisten zunächst nicht weiter. Die Hunde bräuchten Erholung, sagte eine Polizeisprechern am Sonntag. Wo in der kommenden Woche weitergesucht wird, werde voraussichtlich am Montag entschieden.

Zuvor hatte die Brandenburger Autobahnpolizei für die Berliner Kollegen die Autobahn in Richtung Frankfurt (Oder) kurzfristig die Abfahrten gesperrt. Nach Angaben eines Sprechers des Brandenburger Polizeipräsidiums sei es dadurch zum Beispiel an der Ausfahrt Storkow zu einem Stau von drei Kilometern Länge gekommen.

Schwester zu Internetfreund

Bei der Suche mit den Hunden wollte die Polizei herausfinden, wohin der tatverdächtige Schwager von Rebecca am Morgen von deren Verschwinden sowie am darauffolgenden Abend fuhr. Der Renault Twingo der Familie war am Vormittag des 18. Februar und am Abend des 19. Februar auf der A12 von einem automatischen Kennzeichen-Erfassungssystem registriert worden. Diese Fahrten erhärteten den Verdacht gegen den 27 Jahre alten Schwager. Zu beiden Fahrten macht der Verdächtige, der in Untersuchungshaft sitzt, keine Angaben.

Die Mordkommission geht davon aus, dass der Schwager die 15-Jährige am 18. Februar im Haus ihrer Schwester umgebracht und die Leiche weggeschafft hat. Die Ermittler halten es für möglich, dass er die Tote irgendwo in Brandenburg verschwinden ließ. Deshalb durchsuchten Ermittler und zahlreiche Bereitschaftspolizisten mehrmals Waldgebiete in der Nähe von Storkow.

Zuletzt zogen sie in der vergangenen Woche beim Ort Rieplos, nahe der Autobahn-Abfahrt Storkow, Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes hinzu. Diese nahmen Bodenproben und sicherten verdächtige Reifenabdrücke. Die Ermittler hatten den Verdacht, dass die Reifenabdrücke von dem Twingo stammen könnten, der dem Schwager und Rebeccas älterer Schwester gehört. Ein Zeuge will das Fahrzeug mit dieser Farbe in der Gegend gesehen haben, nachdem die Polizei ein Foto des himbeerroten Twingos und Bilder des 27-jährigen Tatverdächtigen veröffentlicht hatte.

Unterdessen hat eine von Rebeccas älteren Schwestern Spekulationen widersprochen, wonach das Verschwinden mit einem Treffen mit einem Internetfreund zu tun haben könnte. „Das war ganz harmlos“, sagte die 23-Jährige laut „Bild am Sonntag“. Rebecca habe ihr von dem Jungen erzählt – der sei minderjährig, komme nicht aus Berlin und wäre niemals „an einem Montagmorgen allein hierher gekommen.“ Die Familie sei „nervlich am Ende“.