Viel Wald, viel Wasser und viel Platz zum Toben: In Treptow-Köpenick fühlen sich zunehmend junge Familien wohl. Bis zum Jahr 2030, so lautet die Prognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, soll die Zahl der Bewohner im Bezirk insgesamt um 8,4 Prozent steigen. Sind es derzeit rund 249 000 Bewohner, werden es dann 265 000 sein. Setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, werden sehr viele davon Familien mit kleinen Kindern sein.

„Im Bezirk wohnten im Jahr 2006 rund 10 600 Kinder und Jugendliche, voriges Jahr waren es bereits 13 600“, sagte Jugendstadtrat Michael Grunst (Linke) am Montag. Für den Bezirk sei diese Entwicklung eine Herausforderung, denn er müsse nicht nur dafür sorgen, dass Investoren Wohnraum schaffen, sondern auch dafür, dass genügend Kitaplätze zur Verfügung stünden.

Was den Wohnungsneubau angeht, verzeichnet der Südost-Bezirk seit Jahren einen Boom. Bis 2030 sollen dort etwa 28 000 neue Wohnungen entstehen, darunter ganze Quartiere mit bis zu tausend neuen Wohnungen etwa in Grünau und Wendenschloss. Benötigt werden neue Kitaplätze aber nicht nur dort.

Grunst: „Schon im Jahr 2016 werden wir zirka 1 200 Vorschulkinder mehr haben als jetzt.“ Derzeit stehen im Bezirk insgesamt 11 414 Kitaplätze zur Verfügung, das sind 1 833 mehr als noch im Jahr 2011. Doch das reiche nicht mehr lange aus, so der Stadtrat: „Wir gehen davon aus, dass wir schon im Jahr 2018 zirka weitere tausend Betreuungsplätze brauchen.“ Zumal schon jetzt in Treptow-Köpenick drei Viertel aller Vorschulkinder eine Kita besuchen – der Berliner Durchschnitt liegt bei 73,3 Prozent. Vor allem in Ortsteilen wie Adlershof, Plänterwald oder Ober- und Niederschöneweide sei der Bedarf jetzt schon höher als das Angebot.

Grundstücke gesucht

Um die Anforderungen erfüllen zu können, hat der Bezirk im Haushaltsentwurf für 2015/16 seinen Etat für Kitas auf 109 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Grunst: „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.“

Dazu zählt auch mehr Personal, damit Eltern nicht mehr – wie derzeit im Bezirk üblich – vier bis sechs Wochen auf einen Kitagutschein warten müssen. Der Stadtrat: „Leider bleibt der Senat hinter der Verabredung von 13 Stellen für unseren Bezirk zurück. Wir sollen jetzt 4,5 Stellen für die Bearbeitung der Anträge bekommen, werden aber weiter verhandeln.“ Zu den Anstrengungen zählt auch die Suche nach Orten für neue Kitas. Die werden auch im flächenmäßig größten Bezirk langsam knapp. Deshalb will man jetzt Grundstücke in Wendenschloss, am Adlergestell und in Baumschulenweg vom Liegenschaftsfonds zurückholen.