Berlin - In dem Monty-Python-Filmklassiker „Das Leben des Brian“ wird den unglücklichen Mitgliedern der Kreuzigungsgruppe gesagt: „Jeder nur ein Kreuz!“ Die Wahlberechtigten in Berlin haben am 26. September dagegen die Möglichkeit zu sechs Kreuzen. An diesem Superwahl-Sonntag kann jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen für die Bundestagswahl, zwei Stimmen für die Abgeordnetenhauswahl und je eine Stimme für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung sowie zur Enteignungs-Volksabstimmung abgeben.

Ab Montag verschickt das Büro der Berliner Landeswahlleiterin die ersten Unterlagen. Innerhalb von zwei Wochen sollten alle Wahlberechtigten den Schein erhalten haben, mit denen sie dann am 26. September in ihr Wahllokal gehen können. In den kommenden Tagen soll auf der Internetseite berlin.de/wahlen erstmals der Wahlschein zu sehen sein.

Fast jeder Dritte macht inzwischen Briefwahl

Gleichzeitig soll in den kommenden Tagen auch über die Möglichkeit der Briefwahl informiert werden, die immer beliebter wird. Bei den Bundestagswahlen steigt die Zahl seit Jahren kontinuierlich an, 2017 wurde mit 28,6 Prozent einer neuer Höchstwert erzielt.

Dieses Mal wird allgemein mit einem noch höheren Anteil Briefwähler gerechnet. Zu denjenigen, die ohnehin lieber von Daheim wählen – sei es, weil sie nicht so mobil oder, weil im Urlaub sind – kommen noch die Vorsichtigen hinzu, die mögliche Corona-Infektionen im Wahllokal oder auf dem Weg dorthin vermeiden wollen.

Auch in Berlin stimmen immer mehr Wahlberechtigte von zu Hause aus ab. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 waren es schon 29,2 Prozent. Interessant auch, welche Wähler Briefwahl gemacht haben. So hatten von den Parteien, die am Ende die 5-Prozent-Hürde übersprangen und ins Parlament einzogen, FDP und CDU den höchsten Anteil Briefwähler (34,1 beziehungsweise 33,4 Prozent). Die AfD (24,4 Prozent) und die Linke (27,7 Prozent) hatten unterdurchschnittliche Werte.

Adressen der Briefwahlbüros in den Bezirken werden veröffentlicht

Wie bei jeder Wahl wird es wieder eigene Briefwahlbüros in den Bezirken geben. In jedem der zwölf Bezirke soll es mindestens eines dieser Büros geben. Traditionellerweise haben auch einige flächenmäßig besonders große Bezirke mehrere dieser Anlaufstellen.

Aufgrund der Hygienerichtlinien während der Corona-Krise können die Adressen aber diesmal andere sein als bei den vorherigen Wahlen. Auch die endgültige Liste mit diesen Adressen soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden, hieß es am Donnerstag aus dem Büro der Landeswahlleiterin.

Am Montag will das Büro darüber hinaus über das Prozedere für eine Online-Wahl informieren. Ein entsprechender QR-Code, der gescannt werden kann, sei auf der Wahlbenachrichtigung vermerkt, hieß es.