Berlin - Ein Internetaufruf mit der Forderung nach einer Tempo-30-Zone an der Stelle des tödlichen Unfalls vor einer Woche in Berlin hat einen Tag nach dem Start bereits mehr als 6500 Unterstützer gefunden. Diese Zahl wurde bis Freitagmittag erreicht. Eingestellt wurde die Petition am Donnerstag von einem Anwohner der Invalidenstraße.

In der Petition an die Senatsverkehrsverwaltung werden neben der Tempo-30-Zone auch Zebrastreifen, Ampeln und ein neues Konzept zur Verkehrsberuhigung für die Umgebung verlangt. Der Verkehr in der Invalidenstraße habe in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, schreibt der Initiator. „In der direkten Umgebung müssen jeden Tag weit über 1000 Kinder ihren Weg zur Schule oder Kita bewältigen und täglich erleben wir, welcher Gefahr sie dadurch ausgesetzt sind.“ Immer wieder gebe es Unfälle. 

SUV-Unfall in Berlin Mitte: Schwierige Ermittlungen

Die Ermittlungen zu dem schweren Verkehrsunfall in Mitte mit einem SUV und vier Toten vor rund einer Woche gestalten sich zunehmend schwierig. Noch immer kann die Polizei nicht sagen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Die Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang keinen Zugriff auf die Patientenakte des 42-jährigen Fahrers. Das gestaltet ihre Arbeit besonders schwierig. Die Akte fällt ebenso wie weitere Informationen zum gesundheitlichen Zustand des Mann unter die ärztliche Schweigepflicht.

SUV-Unfall in Mitte: Polizei konnte Patientenakte noch nicht einsehen 

Solange der Arzt nicht von dieser Schweigepflicht entbunden werde oder ein Richter einen Beschlagnahmebeschluss für die Patientenakte ausstelle, werde sich an der derzeitigen Faktenlage in Bezug auf den Gesundheitszustand des Fahrers nichts ändern, hieß es. Beides ist bislang nicht geschehen.

Somit ist nach wie vor nicht klar, ob tatsächlich ein epileptischer Anfall des 42-Jährigen der Auslöser für den Unfall sein könnte. Der Fahrer selbst, gegen den unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt wird, wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen.

Er soll sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert haben und lässt sich dem Vernehmen nach von einem Anwalt vertreten. Als Beschuldigter in einem Strafverfahren hat der Mann das Recht zu schweigen, da er sich sonst möglicherweise selbst belasten würde.

SUV-Unfall in Mitte: Videoaufnahme sorgt für Verwirrung

Unterdessen sorgt eine Videoaufnahme des Unfalls für weitere Verwirrung. Auf den Bildern ist zu erkennen, dass der schwere Porsche trotz sichtbar leuchtender Bremslichter nicht langsamer wird. Auf der Twitter-Seite der Staatsanwaltschaft merkt ein Mann, der nach eigenen Aussagen Kfz-Mechaniker ist, zudem an, dass der Wagen seiner Meinung nach „vorne nicht genug eintaucht“, wie es bei einer Bremsung eigentlich geschehen müsse. Möglicherweise hätten „entweder die Bremse nicht zugepackt oder der Motor (selbstständig ...?) weiter beschleunigt“. 

Derweil wertet die Polizei weiter Zeugenaussagen aus. Es seien Hinweise bei der Polizei eingegangen, denen jetzt nachgegangen werde, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Nach einem Bericht der Zeitung „B.Z.“ sollen es 49 Hinweise sein. Die meisten kamen aber demnach von Menschen, die den Knall des Aufpralls hörten, den eigentlichen Unfall also nicht sahen. (mit dpa)