Berlin/Varna - Erst sorgte das Video vom 27. Oktober aus dem U-Bahnhof Hermannstraße in Deutschland für Entsetzen, jetzt erlebt die Suche nach dem mutmaßlichen U-Bahn-Treter Svetoslav S. eine ganz neue Dimension. In der Heimat des 27-Jährigen aus Varna in Bulgarien zeigt der bulgarische Fernsehsender „Nova“ Bilder des Tatverdächtigen und nennt sogar seinen kompletten Namen. Er soll bereits in Bulgarien wegen Raub, Diebstählen und Vandalismus verurteilt worden sein.

Svetoslav S. war Hilfsarbeiter in einem Berliner Restaurant

Bevor Svetoslav S. nach Berlin kam, soll er in Varna Gelegenheitsjobs angenommen haben. Dort lebte er mit seiner Frau und drei Kindern in einem Roma-Viertel. Dann zog es ihn nach Deutschland. Über einen Verwandten soll er als Hilfsarbeiter Jobs in einem Berliner Restaurant angenommen haben, wo seine Frau als Geschirrwäscherin arbeitete. Wie lange sich der 27-Jährige in Berlin aufhielt, ist unklar. Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass er sich nach der Festnahme seines Komplizen - ein 39-jähriger Verwandter – ins Ausland absetzte. Möglicherweise sogar nach Bulgarien. 

Das bulgarische TV-Team von „Nova“ besuchte bereits die Schwiegereltern und ehemalige Wohnadresse des 27-Jährigen. Als sie auf das Video und die brutale Tat ihres Schwiegersohnes angesprochen wurden, meinten sie sinngemäß: Sie können sich nicht vorstellen, dass er eine solche Tat begangen hat. Außerdem wüssten sie nicht, dass Svetoslav S. in Deutschland gewesen wäre. Dabei ist mittlerweile klar, dass er nicht allein, sondern mit weiteren Familienangehörigen nach Berlin kam.

Inzwischen wurde auch von der Staatsanwaltschaft Berlin ein Haftbefehl gegen Svetoslav S. erlassen. Seitdem wird nach dem 27-Jährigen gefahndet.