Berlin. Die frühere PDS-Politikerin Sylvia-Yvonne Kaufmann ist als Kandidatin der Berliner SPD für das Europaparlament nominiert worden. Die 58-jährige promovierte Japanologin setzte sich auf einem Landesparteitag der Berliner SPD am Samstag im zweiten Wahlgang gegen den Berliner SPD-Vize Philipp Steinburg (38) durch. Im ersten Wahlgang waren gegen Kaufmann mit 98 und Steinburg mit 78 Stimmen vier weitere Mitbewerber ausgeschieden.

Im zweiten Wahlgang siegte Kaufmann mit 121 gegen Steinburg mit 90 Stimmen. Die 58-Jährige soll Dagmar Roth-Behrendt nachfolgen, die 24 Jahre lang die Berliner SPD in Brüssel vertreten hat.

Kaufmann saß bereits 14 Jahre lang von 1994 bis 2009 für die PDS und spätere Linkspartei im Europaparlament. 2009 wechselte sie dann zur SPD, als die Linkspartei deutlich Kaufmanns Unterstützung für die geplante EU-Verfassung kritisierte. Steinburg galt als Favorit des Berliner SPD-Chefs Jan Stöß, der allerdings anders als bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl zuvor keine Empfehlung ausgesprochen hatte. Das nächste Europaparlament wird Mitte kommenden Jahres gewählt. (dpa/bb)