BerlinEs überstand den Zweiten Weltkrieg, die Abrisse der Nachkriegszeit und die deutsche Teilung: Das historische Bodenmosaik des von 1895 bis 1897 errichteten Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals an der Schlossfreiheit in Mitte. Erst in den Jahren 2014 bis 2017 wurde das mehrere Hundert Quadratmeter große Kunstwerk unter einer Asphaltschicht freigelegt, abgebaut und außerhalb Berlins eingelagert. Auf seinen alten Platz soll es jedoch nicht zurückkehren. Denn dort entsteht das Freiheits- und Einheitsdenkmal.

Nach Angaben aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) passt das alte Mosaik nicht zum neuen Denkmal mit dem Titel „Bürger in Bewegung“, das nach den Plänen des Architekturbüros Milla & Partner in Form einer begehbaren Schale auf den historischen Sockel gesetzt wird. „Das wilhelminische Mosaik beinhaltet neben Schmuckelementen zu weiten Teilen eine Huldigung des Kaiserhauses der Hohenzollern, die sich in der Darstellung des Monogramms Kaiser Wilhelms und der Kaiserkrone widerspiegelt“, heißt es in einer Stellungnahme der Grütters-Behörde, mit der diese begründet, „warum eine Sichtbarmachung des Mosaiks auf dem Denkmalsockel mit dem Projekt Freiheits- und Einheitsdenkmal unvereinbar ist“. Die „prägnanten Symbole der Monarchie und des Obrigkeitsstaates stehen im eklatanten Widerspruch zu den Grundgedanken des Freiheits- und Einheitsdenkmals, mit dem die Friedliche Revolution in der DDR und die deutsche Einigung gewürdigt werden sollen“, heißt es in dem Papier. Auch technisch konstruktive Probleme sprechen nach Ansicht der Behörde gegen die Rückkehr des Mosaiks. Die Berliner Zeitung hat die Ausführungen, die auf den 3. November 2015 datiert sind, im Rahmen einer Akteneinsicht zum Bau des Freiheits- und Einheitsdenkmals gefunden.

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