Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg: Kuratorium begleitet Wiederaufbau

Der geplante Wiederaufbau einer Synagoge in Berlin-Kreuzberg wird ab sofort von einem Kuratorium begleitet. Das rund 20-köpfige Gremium traf sich am Montag zur ersten Sitzung. Der Neubau am Fraenkelufer soll sich architektonisch an dem jüdischen Gotteshaus orientieren, das dort 1916 eröffnet und am 9. November 1938 im Zuge der Pogromnacht von den Nazis weitgehend zerstört worden war.

Raed Saleh: „Jüdisches Leben ist Teil unserer Leitkultur“

Initiator und SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, der selbst Muslim ist, treibt das Projekt seit längerer Zeit voran und sieht darin in Zeiten von verstärktem Antisemitismus ein Signal der Vielfalt und Toleranz. Er sagte vor der Sitzung: „Jüdisches Leben ist Teil unserer Leitkultur. Jüdisches Leben gehört zu Deutschland.“

Das Kuratorium soll das Projekt konzeptionell voranbringen und um Spenden werben. Saleh betonte, dass es schön wäre, wenn der erste Spatenstich für den Wiederaufbau 85 Jahre nach der Pogromnacht – also im Jahre 2023 – erfolgen könnte.

Einstimmig wählte das Gremium Saleh zum Vorsitzenden, zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) gewählt. Dabei sind auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), weitere Politiker, Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Muslime sowie aus Wirtschaft und Medien. Die nächste Sitzung ist nach SPD-Fraktionsangaben für Oktober geplant. (dpa).