Ferhad Ahma ist sich sicher: "Das waren die Schergen des syrischen Regimes." Zwei Männer hatten in der Nacht zu Montag an seine Wohnungstür in Wedding geklopft und laut Ahma in gebrochenem Deutsch etwas von Polizeikontrolle gesagt. Als Ahma öffnete, hätten ihn die Männer in seine Wohnung gedrängt und mit Holzschlagstöcken auf ihn eingeprügelt. "Sie schlugen gezielt auf meinen Kopf", berichtete Ahma. Der Grünen-Bezirkspolitiker, der 1996 aus Syrien nach Deutschland kam, hier als politischer Flüchtling anerkannt ist und seit 2004 den deutschen Pass besitzt, trug neben Prellungen am Körper eine blutende Verletzung über einem Auge davon. Etwa fünf bis acht Minuten habe der Überfall gedauert, berichtete er am Dienstag. Dass Ahma eine Bekannte zu Besuch hatte, wussten die Täter jedoch wohl nicht. Als sie dies merkten und Nachbarn auf Ahmas Hilferufe reagierten, seien sie geflohen.

Ahma gehört zu den Vertretern des syrischen Nationalrates in Deutschland, einer Oppositionsbewegung, die sich den Sturz des Regimes zum Ziel gesetzt hat. "Der Überfall wird mich nicht davon abbringen, meine Arbeit gegen Assad fortzusetzen", sagte Ahma. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte am Dienstag mit, das Ministerium habe "Kenntnis von dem Überfall und den damit in Zusammenhang stehenden Vorwürfen an die Adresse Syriens". Der Staatsschutz ermittelt.

Die Sprecherinnen der Grünen- Fraktion im Bezirksparlament von Mitte, Jutta Schauer-Oldenburg und Andrea Fischer, zeigten sich erschüttert. Sie gehen davon aus, dass der syrische Geheimdienst für die Tat verantwortlich ist. (tr., ls., dpa)