Wer den Sonderausstellungssaal im Museum für Naturkunde betritt, den ergreift Ehrfurcht angesichts des riesigen Saurier-Skeletts, das in seiner Mitte thront. 66 Millionen Jahre lagen diese gewaltigen Knochen in der Erde Montanas, bevor sie 2010 entdeckt, bis 2012 ausgegraben und im Herbst 2015 nach Berlin geschafft wurden.

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Der Stolz des Generaldirektors des Museums, Johannes Vogel, ist nachvollziehbar. Er stellte das bisher einzige Originalskelett eine Tyrannosaurus rex in Europa gestern auf der Pressekonferenz im Beisein von Forschungssenatorin Cornelia Yzer der Öffentlichkeit vor. Mit der Ausstellung gelang dem Team des Museums unter der Projektleitung von Uwe Moldrzyk etwas Einzigartiges: Die auf drei Jahre angelegte Schau wird sich ständig ändern und weiterentwickeln können, ohne dass Umbauten notwendig werden.

Ein multimediales Ausstellungsdesign, basierend auf fünf zarten Glasstelen, die im Kreis um den T-Rex aufgestellt sind und mit Filmen, Grafiken, Texten und Bildern bespielt werden, ermöglicht dies – dezent, ohne dem Giganten die Schau zu stehlen oder gar die Sicht auf das Skelett und den in einer Extra-Vitrine gezeigten Schädel zu verstellen.

Yzer: Perfekter Ort für das Exponat

Eine geniale Lösung, die den Eigentümer der schwarzen Schönheit, Niels Nielsen, der Tristan dem Museum kostenlos zur Verfügung stellt, zu der Aussage brachte, dass bei dieser Ausstellung „das beste Team der Welt“ am Werk gewesen sei. Der Däne, der in London sein Geld als Investmentbanker verdient und zu seiner privaten Freude Fossilien sammelt, dankte Museum und Senat für die hervorragenden Möglichkeiten, die hier für Bildung und Forschung geschaffen worden sind.

Senatorin Yzer revanchierte sich in ihrer Rede mit einem Dankeschön an Niels Nielsen: „Ohne Mäzene wie Sie wäre unsere Forschungslandschaft ärmer. Voller Selbstbewusstsein sagen wir aber auch: Sie haben den perfekten Ort gewählt für Ihr Exponat!“ Und weiter: „Vielleicht gefällt es Tristan ja so gut in Berlin, dass er länger bleiben will.“

Bleibt die meistgestellte Frage des Tages: Warum sind die Knochen des Saurierskeletts so schwarz und glänzen im Kunstlicht fast silbern? Heinrich Mallison, Paläontologe am Museum für Naturkunde beantwortet sie geduldig und immer wieder: „Die Knochen lagen in dunkelgrauem Tongestein. In dem Sediment ist viel organisches Material enthalten, also viele Kohlenstoffverbindungen, dazu reichlich Metalloxide. Diese haben sich in den Knochen abgelagert und sie eingefärbt. Wie genau das passiert ist, werden wir noch erforschen.“

Die Öffnungszeiten der Ausstellung „Tristan – Berlin zeigt Zähne“:

Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr; Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18?Uhr.

Am 24., 25. und 31. Dezember ist das Museum geschlossen.

Eintrittspreis: für Erwachsene 8 Euro, für Besucher mit Ermäßigung 5 Euro; Familienkarte 15 Euro, Mini-Familie (1 Erwachsener und bis zu zwei Kindern bis 14 Jahre) 9 Euro. Ort: Invalidenstr. 43, 10115 Berlin-Mitte.

Zur Ausstellung erscheint als limitierte Sonderedition ein Begleitbuch mit 244?Seiten, 47 Storys aus der Sicht von Tristan auf Deutsch und Englisch sowie 106 Abbildungen im Hardcover.

Buchungen für Führungen und Begleitprogramm unter besucherservice@mfn-berlin.de, Telefon 030-20?93?85?50.

Weitere Informationen unter www.naturkundemuseum-berlin.de