Um das sowjetische Ehrenmal rankt sich manche Geschichte, die folgende wurde Jungen Pionieren zu DDR-Zeiten beim Besuch in Treptow gerne erzählt: Am 30. April 1945 hört der Sergeant Nikolai Massalow vom 220. Gardeschützenregiment auf der brennenden Potsdamer Straße das Weinen eines Kindes. Es ruft nach seiner Mutter. Massalow holt sich bei seinem Kommandeur die Erlaubnis, das Kind zu retten. Unter dem Feuer deutscher MG-Schützen kriecht er zu dem Mädchen und nimmt es schützend in den Arm. Dieser mutige Sergeant, lernten wir, war für den Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch Vorbild seines Denkmals im Treptower Park.

Die Geschichte von der Rettung ist wahr, Massalow war dafür bis 1991 Ehrenbürger dieser Stadt, und er stand dem Bildhauer anfangs auch Modell. Dann ging er zurück nach Sibirien und wurde von dem Sowjetsoldaten Iwan Odartschenko abgelöst. Der Bildhauer selbst betonte allerdings immer wieder, er hatte kein konkretes Ereignis zum Vorbild, er wollte das Symbolhafte zeigen: der Soldat stellvertretend für die siegreiche Sowjetarmee, das Mädchen für die geretteten Völker, das zertretene Hakenkreuz für den niedergerungenen Faschismus, das Schwert für die militärische Stärke der Roten Armee.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.