Tag der offenen Tür der Bundesregierung: Schlange stehen für die Panzer

Ein Blick ins Cockpit eines Tornado-Kampfflugzeuges, Diensthunde im Kampf gegen Verbrecher oder Selfies mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier - die Auswahl war groß am Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Knapp über 60.000 Besucher und Touristen nutzten nach einer Prognose des Bundespresseamtes bereits am Samstag die Möglichkeit, ganz andere Einblicke in den Politikbetrieb der Hauptstadt zu gewinnen.

Bereits zum 19. Mal lud die Bundesregierung die Bürger ein, sich anzuschauen, was hinter den Türen der 14 Bundesministerein, des Bundespresseamtes und des Bundeskanzleramtes so alles passiert. Unter dem Motto „Lust auf ein Date mit der Demokratie?“ steckte knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl sicher auch der Gedanke dahinter, mehr Bürger an die Wahlurnen zu motivieren.

Das Bundespresseamt meldete dann auch am Mittag schon, dass überall reger Andrang herrsche. Am Bundeskanzleramt warteten die ersten Interessenten schon zwei Stunden vor Beginn um 10 Uhr, hieß es in der Mitteilung. Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung ist traditionell am Sonntag (14 Uhr) der Rundgang mit der Bundeskanzlerin persönlich. Sie führt dann durch das Foyer der Schaltzentrale und durch den Kanzlergarten. Als Diskussionsgast hat sich Angela Merkel erneut einen Fußball-Nationalspieler geladen: Sami Khedira nach Jérome Boateng im vergangenen Jahr.

Die Ministerien boten ein abwechslungsreiches Programm: Rundgänge, Diskussionen, interaktive Spiele, Ausstellungen, Vorführungen, Filme und jede Menge Kulinarisches. Dafür wurden auch die zeitraubenden Sicherheitskontrollen an den Eingängen in Kauf genommen. Im Bundesverteidigungsministerium schauten sich die Besucher gern verschiedene Panzertypen im Hof an, auf die auch geklettert werden durfte. Im Bundesinnenministerium konnte beobachtet werden, wie Hacker in Computer eindringen.

Im Raum der Bundespressekonferenz nahmen im Laufe des Tages Hunderte Bürger die Möglichkeit wahr, in improvisierten Pressekonferenzen selbst Fragen an die Politiker zu stellen. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) musste Farbe in der Dieselaffäre und zur Pleite von Air Berlin bekennen. Dabei sprach sich die Ministerin in der Abgasaffäre strikt gegen ein Aus für Dieselmotoren aus und machte Hoffnung auf eine schnelle Lösung für die insolvente Fluglinie.

Altmaier beantwortete viele Fragen besorgter Bürger zum gespannten Verhältnis zur Türkei. Anschließend stellte sich der Chef des Bundeskanzleramtes Selfie-Wünschen. Auch der Bundesbeauftragte für die Stasi-Akten, Roland Jahn, stellte sich Fragen von Bürgern. (dpa)