Berlin - Zum Tag gegen Homophobie an diesem Mittwoch hat der Berliner Lesben- und Schwulenverband eine Abschottung großer Moscheevereine gegenüber dem Thema Homosexualität beklagt. „Jenseits einer Behauptungsrhetorik tut sich da im praktischen religiösen Leben leider überhaupt nichts“, kritisierte Geschäftsführer Jörg Steinert. Mehr Zusammenarbeit sieht er dagegen mit dem liberal-islamischen Bund und dem Türkischen Bund. Auch alevitische Gemeinden seien oft liberaler eingestellt als die großen Moscheevereine in der Hauptstadt.

Religion und Homosexualität ist für den Verband vor dem Kirchentag in Berlin ein Schwerpunktthema. Die evangelische Kirche, jüdische Gemeinden und Altkatholiken sieht Steinert beim Abbau von Vorurteilen dabei an seiner Seite. Selbst im katholischen Erzbistum gebe es Bewegung, besonders bei der Hilfe für schutzbedürftige homosexuelle Flüchtlinge, berichtete er. In Grundsatzfragen wie gleichgeschlechtlichen Partnerschaften blieben katholische Amtsträger aber weiter auf Distanz. „Das gilt aber nicht für die Gläubigen, die die Sexualmoral ihrer eigenen Kirche offen kritisieren“, betonte Steinert.

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