Tagesmütter und -väter in Berlin sind seit Wochen stark verunsichert. Sie rechnen damit, dass sie ab dem neuen Jahr von Kontrolleuren der Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter genauestens überprüft werden. Anlass ist ein Schreiben der Berliner Jugendämter, das seit Herbst an alle Berliner Tagesmütter und -väter verteilt wird. In diesem Leitfaden heißt es, dass Tagesmütter künftig Lebensmittelunternehmer sind und damit auch der amtlichen Lebensmittelkontrolle unterliegen. Denn sie betreuen in ihren eigenen oder angemieteten Räumen zwischen drei und zehn Kinder. Und kochen dort auch für die Kleinen. Ab Januar 2012 sollen sie ihre Wohnung deshalb nach einem detaillierten Putzplan säubern, alle eingesetzten Lebensmittel genau dokumentieren und zahlreiche weitere Hygienevorschriften beachten. So steht es im Leitfaden. Jenes Schreiben haben die Senatsjugendverwaltung und die Senatsgesundheitsverwaltung gemeinsam mit den Bezirksämtern entwickelt. Anlass für diese peniblen Vorgaben war laut Berliner Leitfaden eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2002. Doch nun hat sich die Europäische Kommission selbst zu Wort gemeldet und festgestellt, dass Berlin mit seinem Leitfaden offenbar weit übers Ziel hinausgeschossen ist.

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