Berlin - Für viele Autofahrer ist es zunächst mal eine schlechte Nachricht: Der Bau der Straße, die zwischen Marzahn und Köpenick eine Lücke im Verkehrsnetz schließen soll, zögert sich weiter heraus. Er könne frühestens 2019 beginnen, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Donnerstag mit. Anfangs war von einem Baustart 2016 die Rede, dann von 2018.

Doch der neue Zeitplan hat einen Grund, der im Interesse der Autofahrer liegt. Denn inzwischen steht für den Senat endgültig fest, dass die rund 6,5 Kilometer lange Tangentiale Verbindung Ost (TVO) zwei Fahrstreifen pro Richtung bekommt – und nicht nur jeweils eine Fahrspur, wie dies zu Beginn erwogen wurde. „Sonst haben wir dort bald eine neue Staustelle“, so Verwaltungssprecher Martin Pallgen. Weil die Zahl der Bewohner auch im Einzugsgebiet der neuen Verbindung stärker steigen wird als zuletzt erwartet, wurden neue Verkehrsberechnungen erforderlich. Ende 2013 lebten dort rund 765.000 Menschen, in 15 Jahren werden es 800.000 sein.

Der zweite Grund für den Aufschub: Um eine Planung hinzubekommen, die vor Gericht Bestand hat, beteiligt der Senat die Anwohner in größerem Maße als gesetzlich nötig. So wurde ein Planungsbeirat gegründet, in dem nun noch einmal alle Varianten besprochen werden. Dabei geht es unter anderem darum, ob die Nord-Süd-Straße erst auf einer und dann auf der anderen Seite der Bahn verlaufen soll. „Diese Diskussion braucht Zeit“, sagte Pallgen. Das Ergebnis ist die Basis für das Planfeststellungsverfahren, das 2017 beginnen soll. Mit einem Baubeginn sei für „2019 ff.“ zu rechnen.

Wie der Senat vorgeht, findet in der Bürgerinitiative „Wir sind Biesdorf-Süd“ große Zustimmung, sagte deren Sprecher Michael Peine. „Es weckt aber auch hohe Erwartungshaltungen, die möglicherweise nicht erfüllt werden können.“