Berlin - Mitte April verschickt der Choreograf Gregor Seyffert eine Nachricht über den Tod seines britischen Kollegen Liam Scarlett, 35, eine der größten Nachwuchshoffnungen der internationalen Ballettwelt. Er beging vermutlich Suizid. Am Londoner Royal Ballet hatte es Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegeben, eine Untersuchung konstatierte danach „keine verfolgungsrelevanten Tatbestände“. Trotzdem verlor Scarlett seine Stellung als Haus-Choreograf. Weltweit kippten Compagnien und Opernhäuser seine Inszenierungen aus den Programmen. Die Karriere war vorbei.

Seyfferts Nachricht kommt ohne Kommentar. Sorgen macht sich sein Umfeld trotzdem: Auch er ist als Choreograf in der Tanzwelt erledigt. Es geht ihm schlecht, seit er im Februar 2020 zusammen mit dem Schulleiter Ralf Stabel als künstlerischer Leiter der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik gefeuert wurde, nach 17 Jahren. Beide arbeiteten im Rang von Professoren an der Schule. Die vorgetragenen Gründe für den Rausschmiss wechselten, vor Gericht hatte bis heute keiner Bestand.

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