Die Gewerkschaften GEW und Verdi haben ihre Beschäftigten in Berlin und Brandenburg an diesem Mittwoch zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Schwerpunkt soll dabei der Öffentliche Dienst sein. Hintergrund sind die Tarifforderungen der Gewerkschaften für die Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder, die sich auf einen Lohnerhöhung von 6,5 Prozent belaufen. Bislang ist von der Arbeitgeberseite jedoch noch kein eigener Vorschlag vorgelegt worden. Deshalb machen Verdi und GEW jetzt Druck.

Aufgerufen zum Arbeitskampf sind in beiden Bundesländern unter anderem die Beschäftigten der Berliner Bürgerämter, der Jobcenter, der Ordnungsämter und der Finanzämter. Dort, so heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaften, müssen sich die Bürger auf geschlossene Einrichtungen oder solche, die nur eingeschränkt arbeiten, einstellen.

Kitas bleiben zu

In Berlin sind vor allem die Beschäftigten an Kitas, Schulen und Hochschulen sowie Pädagogen und Erzieher, die bei den Bezirksämtern angestellt sind, aufgerufen, die Arbeit für einen Tag niederzulegen. Von dem Arbeitskampf betroffene Eltern wurden aber bereits informiert, damit am Mittwoch eine anderweitige Betreuung ihrer Kinder organisiert werden kann. Laut GEW-Sprecher Tom Erdmann müsse in Berlin an jeder zweiten Schule mit eingeschränktem Unterricht gerechnet werden. „Bei unserem letzten Streikaufruf am 18. Februar haben sich stadtweit 5000 Lehrer und Lehrerinnen beteiligt.“

Aber nicht nur mehr Geld fordern die Gewerkschafter. „Besonders verärgert sind unsere Mitglieder, dass die Arbeitgeberseite den Urlaub kürzen will, anstatt es bei den 30 Tagen zu belassen“, sagte Astrid Westhoff, Vize-Landesbezirksleiterin von Verdi Berlin-Brandenburg. Neueingestellte sollen künftig nur noch 26 Urlaubstage erhalten. Gefordert werden außerdem verbindliche Übernahmeregelungen für Auszubildende, sowie eine Erhöhung deren Bezüge.

In Berlin treffen sich die Streikenden um 10 Uhr am S-Bahnhof Friedrichstraße und wollen dann gemeinsam zum Alexanderplatz ziehen. Dort soll es eine Großdemonstration geben. „Wir rechnen mit mehreren tausend Teilnehmern, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Die dortige Kundgebung soll um 11 Uhr beginnen.

Trotz aller befürchteten Einschränkungen gibt es für Autofahrer auch eine positive Nachricht: Die Mitarbeiter der Parkraumbewirtschaftung sind ebenfalls zum Ausstand aufgerufen. Falschparker haben also am Mittwoch in parkpflichtigen Zonen durchaus die Chance, ohne Bezahlung und ohne Strafzettel davon zu kommen.

Stadtreinigung nicht betroffen

Versorgungsbetriebe wie etwa die Berliner Müllabfuhr BSR werden sich nach Gewerkschaftsangaben von Montag nicht an dem Arbeitskampf beteiligen.

Hauptschwerpunkt der Gewerkschaftsaktivitäten wird Potsdam sein. In der Brandenburgischen Landeshauptstadt soll es am Mittwoch ebenfalls eine Großdemonstration geben, die durch die Innenstadt zum Luisenplatz führt. Zu ihr werden mehr als 10 000 Teilnehmer erwartet. In Potsdamer Kongresshotel findet dann am 7. und 8. März auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern statt.