Tarifverhandlung: Verdi droht mit Warnstreiks bei der BVG

Im Streit um höhere Löhne und Gehälter bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hält die Gewerkschaft Verdi Warnstreiks für möglich. Die Tarifkommission wies das Angebot der Arbeitgeber nach der zweiten Verhandlungsrunde am Montag als „skandalös und vollkommen unzureichend“ zurück. „Für die nächste Runde am 13. Juni erwarten wir ein verbessertes Angebot auf der Grundlage unserer Forderung“, so Verdi-Sekretär Jeremy Arndt. Sonst sei damit zu rechnen, dass Verdi den Tarifvertrag zu Ende Juni kündigt: „Dann endet die Friedenspflicht, und es könnte ab Anfang Juli zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen.“

Montag wurde es laut in der Goethestraße. Rund 100 Verdi-Vertrauensleute waren nach Charlottenburg gekommen, um vor dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) ihrer Forderung mit Trillerpfeifen Nachdruck zu verleihen. Verdi verlangt, den Beschäftigten der BVG und Berlin Transport pro Monat 100 Euro brutto zusätzlich zu zahlen. Untere Einkommensgruppen würden in besonderem Maße profitieren, weil sie in den Genuss einer größeren prozentualen Lohnsteigerung kämen.

„Nicht finanzierbar“

Das sei auch beabsichtigt, sagte Arndt. Er nannte ein Beispiel: Wer bei der BVG als Fahrer anfängt, erhält pro Monat 2 093 Euro brutto, der bundesweite Durchschnitt betrage 2 222 Euro. Mit den niedrigen Entgelten sei es schwierig, neues Personal für die BVG zu gewinnen, hieß es.

Die Forderungen seien „nicht finanzierbar“, entgegnete KAV-Chefin Claudia Pfeiffer. Die Demo habe sie sehr verwundert. Nach dem Tarifvertrag Zukunftssicherung müsse das Volumen aller Lohn- und Gehaltszahlungen nur um 1,08 Prozent steigen. Die Arbeitgeber hätten in der ersten Runde 2,5 Prozent angeboten, für jeden Beschäftigten wären das 50 bis 60 Euro zusätzlich. Dadurch würden die Personalkosten der BVG um 12,5 Millionen Euro pro Jahr steigen.

Am Montag stockte der KAV auf drei Prozent auf: zwei Prozent mehr Lohn und ein Smartphone gratis. Pfeiffer: „Wir setzen auf die Kompromissfähigkeit der Gewerkschaft.“