Überwiegend linke Demonstranten ziehen mit Transparenten am Freitagabend durch Friedrichshain.
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Berlin-FriedrichshainBei einer Demonstration gegen einen tödlich verlaufenen Polizeieinsatz in Berlin-Friedrichshain ist es zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und Polizisten gekommen. Die Polizei berichtete von mehrfachen Angriffen auf Einsatzkräfte am Freitagabend. Drei Polizisten seien leicht verletzt worden, hätten ihren Dienst aber fortsetzen können. In der Nacht zum Samstag blieb es in der Gegend unruhig: An der Ecke Rigaer Straße/Liebigstraße hätten Vermummte Steine auf Polizisten und Autos geworfen, so die Behörde.

Ein Polizist hatte bei dem Einsatz in Friedrichshain am 24. Januar eine 33-jährige Frau erschossen. Sie soll die Einsatzkräfte mit einem Messer angegriffen haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, erklärt hatte. Eine Obduktion hatte ergeben, dass der Schuss in den Oberkörper tödlich war. Die Demo richtete sich nicht nur gegen den Polizei-Einsatz, sondern auch gegen die Ausrichtung des Europäischen Polizeikongresses in Berlin in der kommenden Woche.

Laut Polizei lag die Teilnehmerzahl im unteren vierstelligen Bereich. Gesichert wurde der Aufzug von 800 Polizisten. Insgesamt seien 44 Strafanzeigen gestellt und 21 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Unter anderem hätten Demonstranten versucht, einen Polizisten in den Protestzug zu ziehen. „Dies konnte durch den Einsatz einfacher körperlicher Gewalt verhindert werden“, erklärte die Polizei. Bei der anschließenden Auseinandersetzung sei einem Beamten gegen den Helm getreten worden.

Bei den Steinwürfen in der Nacht - Bezüge zur Demo werden geprüft - wurden nach Polizeiangaben vier Fahrzeuge der Einsatzkräfte sowie sechs geparkte Fahrzeuge beschädigt. Ein Polizist sei leicht verletzt worden. Insgesamt seien zehn Strafanzeigen gefertigt worden. Der Staatsschutz ermittelt. In der Rigaer Straße mit einst besetzten Häusern werden seit Jahren Polizisten von linksextremistischen Tätern attackiert. In der Liebigstraße liegt mit dem Wohnprojekt „Liebig 34“ eines der letzten Symbole der autonomen Szene in der Stadt - eine Räumungsklage gegen Bewohner beschäftigt derzeit die Justiz.