Sanierte, ehemalige DDR-Plattenbauten: Im Rahmen des Förderprogramms «Stadtumbau Ost» sind in Brandenburg tausende Wohnungen zurückgebaut worden.
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PotsdamIm Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau Ost“ sind in Brandenburg Tausend Wohnungen abgerissen worden, die nicht mehr gebraucht wurden. Dafür bekamen viele Kommunen zwischen den Jahren 2002 und 2017 mehrere Millionen Euro an Fördermitteln. 346 Millionen Euro vom Bund sind seit 2002 in den Stadtumbau Ost sowie das Folgeprogramm „Stadtumbau“ nach Brandenburg geflossen, berichtete die Sprecherin im Bundesbauministerium, Katja Ullrich-Zeßner.

Die Fördergelder flossen nicht nur in Rückbau, sondern auch in Umbau und Modernisierung. „Wohnquartiere wie die Regenbogensiedlung wurden beispielsweise neu gestaltet“, sagte Schwedts Sprecherin Corina Müller. In Guben wurden nach Angaben der Stadt zum Beispiel ein Seniorenzentrum modernisiert und die Rathaushülle saniert.

Auf dem Grundstück der Stralsunder Langenstraße 27/28 in Stralsund wurde 2010 ein Haus abgerissen (Foto oben). Dort steht heute ein neues Wohnhaus (Foto unten).
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In Cottbus, das bis Ende 2017 rund 85 Millionen Euro Fördermittel erhielt, sind bisher beim Stadtumbau mehr als 200 Projekte umgesetzt worden. „Besonders herausragend ist der Umbau klimagerechter Verkehrsknoten sowie die Platzgestaltung am Staatstheater“, sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann.

In Schwedt/Oder wurden 6870 Wohnungen zurückgebaut

53 Millionen Euro Fördermittel inklusive Eigenanteil waren es beispielsweise in Schwedt/Oder (Uckermark). Dort wurden 6870 Wohnungen zurückgebaut, wie Stadtsprecherin Corina Müller berichtet.

In Guben (Spree-Neiße) sind Wohnblöcke mit über 2500 Wohneinheiten in den Wohnkomplexen abgebrochen worden. Dafür stellten Bund und Land nach Angaben von Stadtsprecherin Laura Böhme rund 7,5 Millionen Euro Fördermittel bereit. „Wobei 70 Euro pro Quadratmeter für zurückzubauende Wohnfläche schon lange nicht mehr ausreichen und die Wohnungsgesellschaft erhebliche Eigenmittel dafür aufbringen musste und muss“, bemerkte sie. Auch Kitas und Schulen fielen den Abbruchhämmern zum Opfer.

Kein Geld aus dem Programm benötigte die Landeshauptstadt Potsdam, wie Stadtsprecherin Christine Homann sagte. In Potsdam musste in Folge des starken Zuzugs kaum etwas abgerissen werden.

Eigenanteile für die Projekte sind eine Herausforderung

Das Folgeprojekt „Stadtumbau“ nutzt auch Guben, um weitere Rückbauvorhaben in den Wohnkomplexen und investive Projekte mit Schwerpunkt Altstadt West umzusetzen.

Cottbus sei auch in das Folgeprogramm erfolgreich aufgenommen worden, sagte Sprecher Gloßmann. Eine Herausforderung sei es jedoch oft, die Eigenanteile für die Projekte zusammenzubekommen.

Allerdings wird das Förderprogramm ab diesem Jahr umstrukturiert, wie Katja Ullrich-Zeßner informierte. Das bisherige Förderniveau soll dabei jedoch nicht zurückzufallen. Künftig wird es drei Förderungsprogramme geben“, sagte die Ministeriumssprecherin. „Lebendige Zentren“ mit einem Umfang von 300 Millionen Euro, „Sozialer Zusammenhalt“ mit 200 Millionen Euro sowie „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ mit 290 Millionen Euro.

Zudem würden die Städte und Gemeinden durch vergünstigte Förderquoten unter anderem für Haushaltsnotkommunen weiter entlastet. Neu sei neben der Fördervoraussetzung Klimawandel/Klimaanpassung einschließlich Stadtgrün auch die Möglichkeit stärkerer interkommunaler Kooperationen. „Die bisherigen Fördertatbestände bleiben alle erhalten“, versicherte Ullrich-Zeßner.