Die Webseite des Axel-Springer-Blattes B.Z. ist seit 18.44 Uhr wieder verfügbar. Am Vortag sei es gegen 23 Uhr zu einem technischen Fehler gekommen, teilt der Verlag mit. Spekulationen über einen Hackerangriff seien falsch. Das Bekennerschreiben sei von einem Trittbrettfahrer verfasst worden, der nichts mit dem Ausfall zu tun habe. Die genauen Hintergründe des Systemausfalls seien noch unklar.

Zur selben Zeit, als die Seite ausfiel, tauchte auf einer Internetseite ein entsprechendes Bekennerschreiben auf. Darin schreiben Unbekannte, dass sie die Internetseite der Boulevard-Zeitung "B.Z." lahmgelegt hätten. Ähnlich wie die Schwesterzeitung Bild habe sich die Zeitung an der Hetze rund um die "Lange Woche der Rigaer Straße" beteiligt. Am frühen Mittwochabend war die Seite noch immer nicht zu erreichen.

Die "Lange Woche der Rigaer Straße" wird derzeit von Linksautonomen und Bewohnern sogenannter alternativer Wohnprojekte veranstaltet. Sie richtet sich gegen den Neubau von teuren Wohnungen im Kiez. Im Programm der sieben Aktionstage finden sich nicht nur Feste und Filmvorführungen auf dem "Dorfplatz", wie die Kreuzung Rigaer-/Liebigstraße genannt wird. Vor einem Jahr hatte es bei ähnlichen Aktionstagen heftige Ausschreitungen gegeben.

Staatsschutz hat sich eingeschaltet

Inzwischen hat sich wegen der mutmaßlichen Hackerattacke der Staatsschutz des Landeskriminalamtes eingeschaltet, der politisch motivierte Straftaten verfolgt. Ein offizielles Ermittlungsverfahren hat er nach Angaben einer Polizeisprecherin allerdings noch nicht eingeleitet. Zuerst sollte der Grund für den Ausfall geklärt werden.

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