Berlin - Das waren noch Zeiten: ganz entspannt und völlig ahnungslos. Anfang 2020 – kaum jemand hatte so richtig Ahnung von Corona, und die Angst war bei vielen Leuten noch kein ständiger Begleiter.

Ich war zum Beispiel Ende Februar bei der üblichen Vorsorgeuntersuchung, und weil nicht viel los war, unterhielt ich mich mit einer Krankenschwester ein wenig über diese neue Krankheit. Ich hatte aus beruflichen Gründen einiges dazu lesen müssen und dachte, dass ich ein paar interessante Hintergründe erfahre. Sie war immerhin ausgebildet in einem Medizinberuf. Aber sie wusste fast nichts und staunte über all das, was ich erzählte. Ständig fragte sie: „Meinen Sie wirklich, dass das schlimm wird?“ Ich sagte: „Ich habe doch keine Ahnung. Ich sage nur, was die Fachleute sagen. Man weiß ja nie …“

Kurz danach wurde wegen Corona in Berlin die Internationale Tourismusbörse abgesagt. Wenige Tage später war ich mit einem Kollegen in Brandenburg unterwegs. Es ging um die Dürre und das Leiden der Wälder. In dieser Zeit hieß es ständig, dass Masken nicht gegen diese winzig kleinen Viren schützen. Auf der Rückfahrt erzählte ein Reporter im Autoradio, dass in Berlin in den Baumärkten alle Masken ausverkauft seien. Ich wollte mir an dem Tag auf dem Rückweg eigentlich noch eine Packung Masken kaufen, einfach so. Man weiß ja nie …

Ich fragte den Kollegen, ob wir nicht in Brandenburg noch schnell nach einem Baumarkt mit Maskenvorräten suchen sollten. Er wollte eigentlich nicht, aber dann fiel ihm – dem Vater kleiner Kinder – etwas Entscheidendes ein: „Wenn das alles ein Problem wird, dann könnte es sein, dass wir Maske tragen müssen, wenn wir zum Arzt wollen. Mit den Kindern sind wir öfter beim Arzt. Ich brauche Masken. Man weiß ja nie ­…“

Also fuhren wir ein paar Umwege. Im ersten Baumarkt waren die Masken ausverkauft. Im zweiten waren wir erfolgreich und wurden Teil einer Volksbewegung – Teil der ersten Panikwelle.

Zwei von den Masken habe ich benutzt. Die anderen fand ich gerade in der Vorratskammer. Da lagen auch Pistazien, Reis, Erdnüsse und Desinfektionsmittel aus dem ersten Hamsterkauf, als erzählt wurde, wir sollen sicherheitshalber ein paar haltbare Lebensmittel bevorraten. Man weiß ja nie …

Was soll ich nun bloß mit den Masken machen? Ich bin Hobby-Ökologe und werfe nichts leichtfertig weg. Aber in unserer Wohnung liegt Laminat. Hätte ich Holzdielen, könnte ich schnell einen Schnelltest machen, mir im Baumarkt eine Schleifmaschine borgen und das ganze Haus beim Dielen-Abschleifen erzittern lassen.

Das Handdesinfektionsmittel ist noch bis September 2024 zugelassen. Aber kommt bis dahin noch eine Pandemie? Der Reis ist bis 29. Dezember haltbar. Sehr gut. Aber die Pistazien sind am 12. November 2020 abgelaufen. Dann probiere ich jetzt mal, wie sie schmecken.