Ein schreckliches Drama hat sich in Teltow ereignet. Eine Frau wurde umgebracht, ihr Mann lebensgefährlich verletzt – offenbar ein Mord mit Ansage.

Freitagmorgen, kurz nach 1 Uhr: Die beschauliche Einfamilienhaus-Siedlung in Teltow (Potsdam-Mittelmark) liegt im Schlaf. Plötzlich zerreißen gellende Schreie die nächtliche Ruhe. Sie kommen aus einem Garten in der Chopinstraße.

Erschrockene Nachbarn rufen die Polizei. Als eine Streife herbei eilt, finden die Polizisten Gabriela D. (60). Sie liegt in ihrem Blut vor dem Haus. Ein paar Meter weiter treffen die Beamten auf ihren Ehemann Theo D. (57). Er ist schwer verletzt.

Tötungsdelikt in Teltow: Frau mit Messer attackiert

Trotz der schnellen Hilfe einer Notärztin kommt für die Frau, die offenbar mit einem Messer attackiert wurde, jede Hilfe zu spät. Der schwer verletzte Mann wird in ein Berliner Krankenhaus gebracht, wo Ärzte bei einer Notoperation sein Leben retten.

Ein Sohn (18), der sich in dem Haus aufgehalten hat, wird seelsorgerisch betreut, er steht unter Schock. Ob er sich das Geschehen mit ansehen musste, ist unklar.

Die Mordkommission übernimmt noch in der Nacht die Ermittlungen. Zu den Hintergründen sagt die Sprecherin der Polizeidirektion West „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nichts. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt sie.

Gewaltverbrechen in Teltow war offenbar Beziehungstat

Offenbar jedoch war die Ehe schon lange kaputt. Nach der Wende waren Gabriela und Theo D. aus Bonn nach Teltow gezogen. Der Beamte arbeitete bislang in einem Ausschussbüro des Bundestages, sie war die meiste Zeit über Hausfrau.

Viele Nachbarn kennen ihn von seinen Spaziergängen mit seinem Dackel. „Er ist ein sehr freundlicher Mensch“, sagen die einen. „Er ist unfreundlich und rücksichtslos, hackt sogar sonntags Holz“, sagen die anderen.

Bekannte berichten Unfassbares: Vor rund zwei Monaten soll sich Theo D. in das Haus geschlichen haben. Maskiert und bekleidet mit einem weißen Einweg-Anzug, bewaffnet mit Pfefferspray. Als er seine Frau, die im Bett lag, attackieren und mit Kabelbindern fesseln wollte, habe sie sich gewehrt. Sie beherrschte Judo.

Ein Gericht verfügte daraufhin, dass er sich dem Haus nicht mehr nähern durfte. Trotzdem lebte Gabriela weiter in großer Angst. Daran änderte sich auch nichts, als sich Theo D. vor zwei Wochen die Pulsadern aufschnitt.

Gegen die Auflage des Gerichts soll er neun Mal verstoßen haben. In der Nacht zu Freitag kam er ein letztes Mal wieder... (tc)