Berlins Anti-Terror-Fahnder sollen ab 2020 gemeinsam an einem neuen Standort in Tempelhof arbeiten. Das Spezialeinsatzkommando (SEK), das Mobile Einsatzkommando (MEK) und das Dezernat zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus sollen das frühere Reichspostzentralamt beziehen, wie die „Berliner Morgenpost“ und der „rbb“ am Donnerstag berichteten.

Ein Sprecher der Innenverwaltung bestätigte die Pläne und erklärte, das Zusammenführen der Kräfte an einen Ort sei „einsatztaktisch sinnvoll“. Damit werden auch Konsequenzen aus den Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gezogen, bei dem der Attentäter Anis Amri 2016 zwölf Menschen getötet hat.

Keine neue Polizei-Spezialeinheit nach Berliner Terroranschlag

Bei der Berliner Polizei ist hingegen keine gesonderte Spezialeinheit zur Bekämpfung von Terroristen geplant. Das geht aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor. Der Parlamentarier hatte dies mit Blick auf den Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche vom 19. Dezember 2016 gefragt. Bei dem islamistischen Anschlag wurden zwölf Menschen getötet.

Die Spezialeinheiten Mobiles Einsatzkommando (MEK) und Spezialeinsatzkommando (SEK) des Landeskriminalamtes haben laut Innenverwaltung bereits die Aufgabe, Terroranschläge zu verhindern und zu bewältigen.

An der Polizeiakademie gebe es zudem Seminare für Einsatz- sowie Leitungskräfte zu Anschlägen, Amokläufen und lebensbedrohlichen Lagen. An den mehrtägigen Kursen nehmen laut Verwaltung zum Teil auch Kräfte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg teil.

Ein Terror-Warnstufen-System ist in Berlin aus Sicht der Innenverwaltung gegenwärtig nicht notwendig. Es gebe aber Gespräche für zusätzliche Verbreitungskanäle, um Einwohner bei Gefahrenlagen informieren zu können. Schreiber hatte vorgeschlagen, dafür auch digitale Informations- und Werbeflächen mit Hinweisen zu bespielen. (dpa)