Lange Sommerabende werden kühler, aber es bleibt tagsüber noch warm. 
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BerlinNach dem Temperatursturz ist vor dem T-Shirt-Wetter. Für alle, die befürchten, mit den ab Donnerstag sinkenden Temperaturen würde der Herbst eingeläutet, gibt es gute Nachrichten. Bis mindestens Anfang Oktober dürfen sich die Berliner und Brandenburger auf frühherbstliches Altweibersommer-Wetter freuen. Für die Abende und am Morgen braucht man aber unbedingt eine Jacke. Tagsüber bewegen sich die Temperaturen bei Sonne um die 20-Grad-Marke herum.

Für die Jahreszeit zu mildes und über weite Strecken trockenes Wetter begleitet uns bis zum Monatsende, so heißt das bei den Meteorologen. Der Herbst scheint dank des Hochs Manfred immer noch fern: Auch in den kommenden Tagen wird in Berlin, Brandenburg und im restlichen Bundesgebiet freundliches Wetter herrschen. Zwar wird die 30-Grad Marke nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach nicht mehr überschritten, doch vielerorts herrscht weiter T-Shirt-Wetter. In den Nächten kann es jedoch sehr kühl werden, zum Teil besteht sogar Frostgefahr. Größere Niederschläge sind nicht in Sicht.

Nachts sinken die Werte auf 7 bis 13 Grad. Im Norden und Osten sowie im Bergland sind sogar 2 bis 7 Grad möglich. Der Freitag wird in unsrer Region wiederum freundlich bei 17 bis 24 Grad. Ähnlich geht es am Samstag weiter.

Altweibersommer ist gesund

„Solch ein Altweibersommer ist ein besonders gesundes Wetter“, sagt Prof. Andreas Matzarakis, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Der Grund: Es wird nicht zu heiß, die UV-Strahlung ist im Rahmen und die Innenräume sind abgekühlter als im Hochsommer. „Die Menschen können also gut schlafen“, sagt Matzarakis. Er rät, die warmen Tage zu nutzen, um viel rauszugehen und sich an der frischen Luft zu bewegen. Das allerbeste Wetter aus rein gesundheitlicher Sicht seien die Zeiten des Übergangs im späten Frühling und frühen Herbst. „Ein bisschen Wind, 17 bis 18 Grad, ein leichter Kältereiz. Das fördert die Thermoregulation und ist für die Gesundheit das beste Wetter“, so Matzarakis.

Und während wir den Altweibersommer genießen, schalten die großen Steuermechanismen auf der Nordhälfte der Erde derzeit von Sommerzeit auf Winterzeit. Ein wichtiger Faktor ist hierbei der sogenannte Polarwirbel. Er bildet sich im Laufe des Herbstes und sein Verhalten bestimmt maßgeblich, wie unser Wetter im Winter wird. In diesem Jahr kommt das Wetterphänomen El Niña hinzu, das unter Umständen für kältere Winter verantwortlich ist. Ob es allerdings eine weiße Weihnacht geben wird, ist noch nicht seriös vorherzusehen.