Berlin - Bei strömendem Regen ist die Berliner Fanmeile zum Champions-League-Finale am Samstag zunächst fast leergeblieben. Bis zum Nachmittag kamen nach Veranstalterangaben nur ein paar Hundert Besucher. Anpiff der Partie zwischen Bayern München und Borussia Dortmund ist um 20.45 Uhr.

Vor dem Finale hatte das Bundeskriminalamt (BKA) nach Berichten mehrerer Medien vor einem möglichen Terror-Anschlag in Deutschland gewarnt. Nach Aussage von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gibt es aber keine konkreten Erkenntnisse über Anschlagspläne von Islamisten auf Fußball-Fanmeilen.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sah die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei in der Hauptstadt auf einem hohen Niveau. „Die Berliner Polizei ist heute wieder gut vorbereitet“, sagte er nach Angaben der Senatsverwaltung. „Die Sicherheitsbehörden arbeiten länderübergreifend zusammen.“

Rucksäcke werden kontrolliert

Der Innensenator betonte, es gebe bei der Polizei in der Hauptstadt nicht zuletzt dank der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland viel Erfahrung mit Großeinsätzen dieser Art.

Die Berliner Sicherheitskräfte seien rund um die Fanmeile sensibilisiert, es verfalle aber niemand in Panik, hieß es aus Sicherheitskreisen in der Hauptstadt. In Absprache mit der Polizei sollten die Ordner des Veranstalters aber Taschen intensiver kontrollieren. Am Einlass werde jeder Rucksack geöffnet, sagte eine Sprecherin des Veranstalters. Die Maßnahmen seien „leicht verschärft“. Ordner laufen demnach zusätzliche Kontrollstreifen.

Auf der Fanmeile sollte am Abend das Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München auf fünf Leinwänden gezeigt werden sollte. Die beiden Teams kämpfen in London um die europäische Fußballkrone.

Warmhalten mit Gymnastik

Nach Einschätzung des Veranstalters fiel der Andrang zunächst wesentlich geringer als bei anderen Fanmeilen zu Europa- oder Weltmeisterschaften aus. „Mit 30.000 bis 40.000 Besuchern wäre ich glücklich bei dem Wetter“, sagte Veranstalter Rainer Wohlthat. Angesichts der Berichte über Terrorwarnungen meinte er: „Die Fanmeile abzusagen, war nie eine Überlegung wert.“ Die Leute blieben eher wegen des Wetters fern, sagte die Sprecherin des Unternehmens.

Unter dicken, dunklen Regenwolken gehörten Regenschirme und Capes zur Pflichtausstattung der Besucher. Wer nichts gegen den Regen dabei hatte, versuchte sich unterzustellen. Bayern-München-Fan Jens kam trotzdem in kurzen Hosen und harrte mit Gänsehaut auf den Beginn des Spiels am Abend. „Ich werde nicht krank. Wenn die Bayern spielen, muss ich dabei sein“, sagte er tapfer.

Besser ausgestattet waren fünf Borussia-Dortmund-Fans aus Berlin. Angelina Heinen ist seit sieben Jahren BVB-Fan - „wegen ihres Freundes“, wie sie sagt. „Wir sind regenerprobt mit unseren gelben Regenponchos.“ Sie seien extra so früh gekommen, um sich gute Plätze zu sichern. Ihr Freund habe nach den Berichten über eine mögliche Terrorwarnung kurz überlegt, ob sie auf die Fanmeile gehen sollten. „Aber wir haben uns auf die Sicherheitsvorkehrungen verlassen.“

Viele Besucher der Fanmeile versuchten, sich irgendwo unterzustellen. Bedienungen an den Getränkeständen mussten sich mit Gymnastik warmhalten, weil so wenig los war. (dpa)