Nach den Pariser Anschlägen hat die Berliner Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Französische Botschaft am Pariser Platz in Mitte wurde noch in der selben Nacht mit einem Sicherheitszaun abgeriegelt. Ebenso stark bewacht werden die Residenz des Botschafters und das französische Kulturzentrum Maison de France am Kurfürstendamm.

„Die Sicherheitsmaßnahmen sind auf einem hohen Niveau. Wir haben noch in der Nacht die Schutzvorkehrungen angepasst“, sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) der Berliner Zeitung. Details wollte er nicht nennen. „Nach solchen Vorfällen haben wir eine sehr dynamische Lage, die wir sehr genau verfolgen. Im Augenblick gibt es aber keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag. Wir haben aber allen Grund, besorgt und vorsichtig zu sein.“

Noch am Nachmittag traf sich Henkel mit der Polizei-Vizepräsidentin und den Leitern des Berliner Verfassungsschutzes sowie des Staatsschutzes, um die Lage zu erörtern. Die Intensität der Schutzmaßnahmen richtet sich unter anderem nach dem Lagebild, das stündlich durch Bundes- und Landeskriminalamt erstellt wird. In dieses fließen auch Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes und befreundeter Geheimdienste ein, etwa aus Telefonüberwachungen.

Seit Sonnabend sind in Berlin mehr Polizeistreifen in Uniform und in Zivil unterwegs. Unter stärkerer Beobachtung sind auch die amtsbekannte Salafisten, die in Berlin leben. Der Verfassungsschutz kennt in der Hauptstadt etwa 660 Personen, die dem radikalislamischen Salafismus anhängen. 340 dieser Fanatiker stuft sie als gewaltbereit ein. Einige von ihnen stehen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ nahe. Mehr als 100 der 660 Salafisten sind nach Syrien und dem Irak ausgereist, um dort gegen „Ungläubige“ zu kämpfen. Etwa ein Dutzend von ihnen sind bereits umgekommen.

Auf die Pariser Anschläge reagierte auch die Bundespolizei. „Wir haben unsere Kräfte gebeten, in robusterer Ausstattung aufzutreten“, sagte ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam. Die Beamten patrouillieren unter anderem am Berliner Hauptbahnhof und an den Flughäfen mit Maschinenpistolen. „Eine Verschärfung der Gefährdungslage ist daraus nicht abzuleiten“, sagte der Sprecher. An der deutsch-französischen Grenze gebe es zudem selektive Grenzkontrollen. Betroffen davon seien auch die grenzüberschreitenden Zugverbindungen und Bahnhöfe.

Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, sagte unter anderem: „Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste in ganz Europa brauchen jetzt deutlich mehr Unterstützung und Vertrauen durch Politik und Bevölkerung.“