Wie sensibel die Sicherheitsbehörden derzeit beim Thema Terror reagieren, das zeigte sich am Donnerstag in Marzahn-Hellersdorf. Nach Informationen der Berliner Zeitung rammten vermummte Beamte eines Spezialeinsatzkommandos kurz nach 6 Uhr eine Wohnungstür in einem Fünfgeschosser am Auerbacher Ring in Marzahn-Hellersdorf ein.

In der Wohnung sind seit mehreren Monaten sogenannte minderjährige unbegleitete Flüchtlinge untergebracht, unter ihnen Modar G., der nach eigenen Angaben aus Syrien stammt und 16 Jahre alt ist. Der Jugendliche, der bei der Durchsuchung nicht angetroffen wurde, stand unter Terrorverdacht.

Modar G. posierte mit Waffe

Gegen ihn wird ermittelt, weil er jemanden mit einem Messer bedroht haben soll. Polizisten beschlagnahmten bei ihm das Messer und auch sein Mobiltelefon. Als sie das Handy auslasen, fanden sie darauf ein Foto, auf dem Modar G. mit einer Kalaschnikow AK 47 posiert.

Die Ermittlungen ergaben, dass das Bild in seiner früheren Flüchtlingsunterkunft in Niedersachsen aufgenommen wurde. Zeitgleich zu dem SEK-Einsatz in Berlin durchsuchten Polizisten auch in Niedersachsen die Unterkunft.  Dort stellten sie eine  Softairwaffe sicher, die eine täuschend echt aussehende Imitation einer AK 47 war. Nach Feststellung der Ermittler hatte der 16-Jährige keinen Anschlag oder eine andere Straftat mit dieser Waffe geplant. Er wollte wohl nur ein bisschen angeben.