Die Bildungsverwaltung plant, in der Teske-Schule in Schöneberg eine Art Sonderschule für junge Flüchtlinge einzurichten. Ursprünglich sollten dort bis zu 220 Flüchtlinge im Alter von 15 und 16 Jahren untergebracht werden, die wegen ihrer geringen Schulbildung nicht am regulären Unterricht teilnehmen können. Mitunter sind sie nur unzureichend alphabetisiert. Es bringe nichts, diese Jugendlichen zum Beispiel gemeinsam mit Zehnjährigen zu unterrichten, hieß es in der Bildungsverwaltung.

Nächstes Schuljahr sollen an der Schule am Tempelhofer Weg zunächst bis zu fünf Lerngruppen mit je 17 Jugendlichen eingerichtet werden. Die Höchstgrenze würde bei 20 Jugendlichen liegen. Diese haben eine Willkommensklasse besucht, sind aber wegen geringer Schulbildung nicht in eine 9. oder 10. Regelklasse übernommen worden.

Gebäude bauordnungsrechtlich als reguläre Schule nicht nutzbar

Indes regt sich Widerstand gegen die Pläne für das Gebäude, das zwischenzeitlich als Notunterkunft für Flüchtlinge gedient hatte. Der Flüchtlingsrat warnte vor einer „Apartheidschule“. Unter anderem die Bildungsgewerkschaft GEW und der Türkische Bund starteten eine Online-Petition. „Die geflüchteten Schüler werden räumlich und sozial vom Regelbetrieb ausgeschlossen“, kritisierte GEW-Landeschef Tom Erdmann. Als reguläre Schule dürfe das Gebäude bauordnungsrechtlich nicht mehr genutzt werden. „Für die geflüchteten Schüler aber schon“, kritisierte Erdmann.

Maja Lasic, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sieht das Modell ebenfalls kritisch. Das pädagogische Angebot sollte stärker auf die Berufswelt ausgerichtet sein. „Das käme der Lebenserfahrung der Jugendlichen entgegen“, sagte Lasic, die als 14-Jährige aus Bosnien nach Deutschland kam und ebenfalls zunächst in einer Willkommensklasse Deutsch lernte. Zudem sollten maximal 100 jugendliche Flüchtlinge an dem Standort lernen.

In der Bildungsverwaltung heißt es nun doch, dass das geplante Bildungszentrum enger mit Regelklassen verzahnt werden könnte.