Berlin/Schönefeld - In einer anderen, einer besseren Welt wäre es schön, wenn der Flughafen BER auch noch einen U-Bahn-Anschluss hätte. Nice to have, sagt der Engländer. Yes indeed: In der Tat wäre es schön, sie zu haben, die U7 zum BER.

Obwohl: Wäre sie wirklich die erste Präferenz zum Beispiel für Charlottenburger, Wilmersdorfer und Schöneberger, die zum Flughafen wollen? Werden sie sich wirklich mit ihren Roll- und Pilotenkoffern in die U7 drängen, um auf der jetzt schon längsten U-Bahn-Linie Berlins eine lange, lange Reise quer durch die Stadt und durch den Bezirk Neukölln anzutreten?

Vier Mal stündlich ein Regionalzug, sechs Mal eine S-Bahn, zehn Mal ein Bus

Entgegen einer unausrottbaren Legende ist der Flughafen gut ans Nahverkehrsnetz angeschlossen. Schon heute fahren stündlich sechs S-Bahnen und vier Regionalzüge dorthin. Mit der Eröffnung der neuen Dresdener Bahn 2025 wird das Angebot noch größer. Von den BVG-Bussen, die allein Rudow mit dem BER bis zu zehn Mal stündlich verbinden, wollen wir erst gar nicht reden.

In einer anderen, einer besseren Welt stünden genug Planer bereit, um die U7 zum BER zu planen. Weil es Geld zuhauf gäbe, wäre auch die eine Milliarde Euro für den Bau kein Problem. Doch leider leben wir in einer Welt, in der gute Ingenieure rar sind und das Geld wieder knapp zu werden droht. In einer Welt, in der es wichtigere Projekte gibt als den x-ten Schienenweg zu einem Flughafen mit auf absehbare Zeit mäßigem Verkehr.

Es mag ja sein, dass viele Berliner U-Bahnen gut finden – wenn auch oft nicht etwa, weil sie dort als Fahrgast unterwegs sein wollen, sondern weil U-Bahnen Autos nicht behindern. Allerdings würden es noch mehr Menschen schätzen, wenn wieder S-Bahnen nach Falkensee, Velten und Rangsdorf fahren, wenn auch andere im Kalten Krieg gekappte Verbindungen endlich wieder hergestellt würden. Politik muss Prioritäten richtig setzen. Die U7 zum BER ist nice to have – mehr nicht.