Der Weiterbau der Autobahn A 100, eines der umstrittensten Verkehrsprojekte in Berlin, steht unmittelbar bevor. Anfang Mai beginnen die Bauarbeiten – an der Anschlussstelle Grenzallee, wo der Stadtring derzeit noch endet. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Dienstag mit. Intern hieß es, dass es am 6. Mai losgehen soll. Am 8. Mai wird der Baustart gefeiert – ebenfalls auf dem Baugelände in Neukölln. Dann werden Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) zum ersten Spatenstich erwartet.

Kosten: 472,5 Millionen Euro

Die 3,2 Kilometer lange sechsspurige Autobahn, die von Neukölln zur Straße Am Treptower Park führen wird, gilt als das teuerste Stück Straße, das jemals in Deutschland gebaut worden ist. Die Kosten werden auf 472,5 Millionen Euro veranschlagt. Der 16. Bauabschnitt des Stadtrings wird deshalb so kostspielig, weil ein großer Teil der Strecke in einem Gelände-Einschnitt verläuft. Auch die Deckschicht aus offenporigem Asphalt, die ebenfalls den Lärm dämpft, treibt die Kosten.

Senat und Bund halten die Aufwendungen für gerechtfertigt. Die östlichen Bezirke würden besser ans Autobahnnetz angebunden. 30 000 Berliner müssten weniger Lärm und Abgase ertragen, weil die Autobahn von Stadtstraßen Verkehr abzieht. Eine größere Entlastung wird allerdings erst dann erwartet, wenn die A 100 bis zur Frankfurter Allee führt.

Am 17. Bauabschnitt wird am Ostkreuz bereits gebaut: Dort entstehen erste Teile des geplanten Doppelstocktunnels unter der Bahn. Die A-100-Verlängerung nach Treptow, die 2022 fertig werden soll, stößt aber auch auf Ablehnung – zum Beispiel bei der Bürgerinitiative Stadtring Süd, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und den Grünen. Für die A 100 müssen 314 Kleingärten gerodet und mehr als 450 Bäume gefällt werden. „Am 5. Mai werden wir vor dem Roten Rathaus demonstrieren“, kündigte Harald Moritz (Grüne) an.