Wer sich ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung in Berlin zulegen will, muss dafür immer mehr bezahlen. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen im vergangenen Jahr im Schnitt um 13 Prozent. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um durchschnittlich neun Prozent. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht Berlin 2017/2018 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.

Der Bericht beruht auf den notariell abgeschlossenen Kaufverträgen. Eigentumswohnungen kosteten danach im vergangenen Jahr im Schnitt 3626 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Am teuersten waren sie in Mitte, wo rund um die Friedrichwerdersche Kirche luxuriöse Quartiere entstehen. Danach folgen Wohnungen in Dahlem. Der höchste absolute Kaufpreis für eine Eigentumswohnung wurde im vergangenen Jahr in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm gezahlt: rund 8,5 Millionen Euro.

Wohnfläche wird kleiner

Im Schnitt am günstigsten waren Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr in Hohenschönhausen, Spandau und Reinickendorf. Auffällig: Die durchschnittliche Wohnfläche bei den Eigentumswohnungen hat sich verringert. Der Grund dafür sind zum einen die hohen Preise, die zum Sparen zwingen, zum anderen der steigende Anteil sogenannter Mikroapartments. Das sind Mini-Wohnungen mit Flächen um die 20 Quadratmeter. Sie werden besonders oft als Studenten-Apartments angeboten. Neu errichtete Eigentumswohnungen sind etwas teurer.

Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im vergangenen Jahr im Schnitt 2 740 Euro je Quadratmeter Geschossfläche. Die höchsten Preise wurden im Ortsteil Grunewald sowie in Dahlem und Wilmersdorf gezahlt, die niedrigsten in Köpenick. Im mittleren Preissegment bewegten sich die Kaufpreise in Reinickendorf, Pankow, Tempelhof und Neukölln. Bei rund 61 Prozent aller verkauften Eigenheime handelt es sich um freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Leichte Preisrückgänge waren dem Immobilienmarktbericht zufolge nur in den guten und sehr guten Wohnlagen der Baujahre 1920 bis 1970 zu verzeichnen.

Reihenhäuser waren für 383.000 zu haben

Der Durchschnittskaufpreis eines freistehenden Ein- und Zweifamilienhauses belief sich im vergangenen Jahr auf 480.000 Euro. Am teuersten waren Häuser, die ab 1990 errichtet wurden. Günstiger als freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind Doppelhaushälften. Sie kosteten im Schnitt 387.000 Euro. Reihenhäuser waren für 383.000 Euro zu haben.

Umgewandelte Eigentumswohnungen, die früher Mietwohnungen waren, kosteten im vergangenen Jahr sehr viel weniger als der Durchschnitt der Eigentumswohnungen: Nämlich nur 3034 Euro je Quadratmeter. Der Preis hängt dann noch davon ab, ob die Wohnung vermietet ist oder nicht. So kosteten in der City Altbauten, die bis 1919 errichtet wurden, im Schnitt 3079 Euro je Quadratmeter, wenn sie vermietet waren. Waren die Wohnungen bezugsfrei, kosteten sie hingegen 4051 Euro je Quadratmeter. Im Südwesten der Stadt waren unvermietete Eigentumswohnungen sogar mehr als tausend Euro pro Quadratmeter teurer als vermietete.

Angst vor der Kündigung

Viele Mieter in umgewandelten Eigentumswohnungen befürchten, dass sie vom neuen Eigentümer eine Eigenbedarfskündigung erhalten. Zwar genießen Mieter nach der Umwandlung und dem erstmaligen Verkauf ihrer Wohnung einen zehnjährigen Kündigungsschutz, doch viele Bewohner sind dennoch verunsichert. Gibt es doch immer wieder Fälle, in denen Mieter zum Auszug gedrängt werden, weil die Eigentümer die Wohnung anschließend teurer verkaufen oder vermieten können. Manche Eigentümer wollen aber auch einfach selbst in die Wohnung ziehen.

Sogar ein hohes Lebensalter schützt Bewohner nicht vor einer Kündigung. In der vorigen Woche war ein Fall bekanntgeworden, in dem eine Vermieterin einem 81-jährigen Mann gekündigt hatte, weil sie die Wohnung für sich benötigte. Das Amtsgericht Mitte gab der Frau Recht. Noch vor der Berufungsverhandlung verstarb der 81-Jährige. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen hat im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Insgesamt wurden 16 548 Mietwohnungen umgewandelt. Die meisten davon in Friedrichshain.