Es sind nicht nur die vielen Flugzeuge und ihre Passagiere, die Lutz Tilgners Arbeit in Tegel spannend machen. Der Flughafen im Nordwesten Berlins wird auch von einer anderen Art von Fliegern angesteuert: Krähen und Fledermäusen. „Sie halten sich in den Bäumen auf dem Gelände auf“, berichtet der Verkehrsleiter. Die Fledermäuse machen nicht viel Aufhebens von sich, mit den Krähen ist es da schon anders. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie klug diese Vögel sind.“

Normalerweise bringt es Probleme mit sich, wenn Vögel neben einem Flughafen nisten oder dort Nahrung suchen. Die Gefahr, dass sie sich in den Triebwerken verfangen, ist groß. Vor einem Jahr führte ein solcher „Vogelschlag“ dazu, dass eine Lufthansa-Maschine nach Tegel zurückkehren musste. Graugänse waren schuld.

Die Saatkrähen bereiten den Flughafenleuten in Tegel (Kürzel: TXL) dagegen keine Sorgen. „Sie sind so intelligent, sich nicht in den Ein- und Abflugschneisen aufzuhalten, wenn dort Verkehr ist“, so Tilgner. „Wir haben kein größeres Vogelschlag-Aufkommen als andere Flughäfen.“ Seit den 70er Jahren kommen Krähen nach Tegel, die Saatkrähenkolonie gibt es seit 2001. Der Flughafen beherbergt die größte Population dieser Vögel in Berlin. Sie schätzen die weitläufigen Grasflächen sowie die alten Bäume, von denen aus sie auf Nahrungssuche gehen. Eine große Eiche durfte nicht für den Bau des Terminals C gefällt werden, weil Krähen dort nisten. Tilgner: „Damit waren wir einverstanden.“