Berlin - Der Waschbär wird in Berlin zur Plage. Schätzungen zufolge streifen weit mehr als 1.000 dieser Tiere durch die Hauptstadt. Mehr als 400 Waschbärfamilien lebten in Berlin, sagte der Wildtierbeauftragte des Senats, Derk Ehlert, auf dapd-Anfrage. „Der Waschbär hat sich ausnahmslos in der gesamten Stadt ausgebreitet.“ Zunächst sei er lediglich im Norden und Osten gesichtet worden, fügte Ehlert hinzu.

Das Problem sei, „dass die Tiere keine natürlichen Feinde haben“. So könnten sie sich ungestört vermehren. Ein Weibchen bringt bis zu fünf Jungen zur Welt. Von einer Regulation könne nicht mehr die Rede sein, sagte Ehlert. „Der Zug ist längst abgefahren.“ Studien hätten ergeben, dass eine Bejagung nicht nachhaltig wäre.

Viele Berliner Waschbären sind Nachkommen von Tieren aus einer Pelztierfarm in Strausberg. Dort wurden 1945 Waschbären freigelassen, weil der Besitzer kein Futter mehr für sie hatte. (dapd)