BerlinSie tauchen in den Ermittlungsakten nur als S. und D. auf. Es gibt von ihnen in den Unterlagen keinen vollständigen Namen, keine Adresse, kein Geburtsdatum, nichts, was sie identifizierbar macht. Selbst Olaf Arnoldi, der Vorsitzende Richter des Staatsschutzsenats des Berliner Kammergerichts, nennt sie während der Zeugenvernehmung an diesem Dienstag nur Herr S. und Herr D. Aus Sicherheitsgründen. Denn nach dem Gesetz müssen Zeugen ihre Identität nicht öffentlich preisgeben, wenn dadurch „Leben, Leib oder Freiheit“ der Zeugen gefährdet wird.

Dass das in diesem Fall so sein könnte, liegt an dem hochbrisanten Mordfall, der seit Anfang Oktober am Kammergericht verhandelt wird und die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland belastet. S. und D. sind, wenn man so will, die Schlüsselfiguren in diesem Prozess. Ohne sie würde der Mann hinter dem Panzerglas im Schwurgerichtssaal 700 nicht dort sitzen, wo er jetzt sitzt: auf der Anklagebank. Vadim K., so nennt ihn die Bundesanwaltschaft in ihrer Anklage, soll am Mittag des 23. August vergangenen Jahres im Kleinen Tiergarten im Auftrag staatlicher russischer Stellen einen 40-jährigen Georgier tschetschenischer Herkunft und von Russland als Feind bezeichneten Mann mit drei Schüssen regelrecht hingerichtet haben. Vor den Augen mehrerer Zeugen.

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