Tierische Fahrt: Hunde auf E-Scootern sind in Berlin keine Seltenheit

Berlin - Nein, werden Sie sagen. Nicht schon wieder. Ich kann nichts mehr lesen über E-Roller. Seit Tagen beherrscht dieses Thema die Zeitungen sowie auch die anderen Medien. Viele sind für die Dinger mit zwei Rädern, andere dagegen. „Dazu musst Du Dich nicht auch noch äußern“, hört man allenthalben von Kollegen. Ich tu es trotzdem.

Fast überall sind Menschen mit E-Scootern

Dort wo ich wohne, leben auch Leute, die seit kurzem mit E-Scooter unterwegs sind. Das sind Roller, die aussehen wie herkömmliche. Der Unterschied besteht darin, dass sie elektrisch angetrieben werden und der Fahrer – wenn er will und es kann – schnell unterwegs ist. Das kaum einer, wie vorgeschrieben, auf der Straße fährt, sondern auf Gehwegen rollert, muss ich nicht erwähnen.

Immer weniger Menschen halten sich an Recht und Gesetz auf der Straße, so scheint es mir jedenfalls. Und dort wo ich wohne, nimmt das auch immer mehr ab. Aber egal. Ich gehöre nicht zu denen, die sich unentwegt über Autofahrer, Radler, Fußgänger und die Rollernden aufregen. Doch vor kurzem war ich kurz davor.

Ein Rollerfahrer hatte einen kleinen Hund auf dem E-Scooter dabei

Auf der Brücke an der Mühlendammschleuse, dort wo die Straße wegen einer Baustelle eng wird, beobachtete ich Rollerfahrer. Ich stand eigentlich nicht auf der Brücke, um den Schleusern an der Schleuse beim Schleusen zu zuschauen, sondern ich war dort verabredet und etwas zu früh dran. Die Frauen und Männer auf den Rollern fuhren zumeist zu zweit und auf dem Gehweg. Einen Helm zur eigenen Sicherheit trug keiner. Muss man ja auch nicht. Und ein Tourist hat auch nur selten einen dabei. Es sei denn, er will an einer Demonstration teilnehmen und dort provozieren.

Also, ich sah auf die Rollerfahrer. Einer von ihnen war mit einem kleinen Hund unterwegs. Die Rasse war nicht rein. Straßentöle, haben wir früher solche Hunde genannt. Das Tier saß auf der Trittfläche des Rollers vor seinem Herrn. Angeleint war er nicht. Doch dann bekam der Mann mit Hund einen Schreck. Ein Radfahrer hatte ihn riskant überholt. Er erschrak sich so, dass er einen Schlenker fuhr und abrupt bremste. Das überforderte den kleinen Hund. Er sprang vom Roller. Und weil Hunde nur selten nach links oder rechts gucken, bevor sie loslaufen, hatte er großes Glück von einem folgenden Radfahrer nicht angefahren zu werden. Das Tier war ebenfalls sichtlich schockiert und lief winselnd zu seinem Herrchen, der längst abgestiegen war . Der Hund legte sich vor ihm auf den Gehweg. Gebellt vor Schreck hat er nicht.

Fast kam es zum Unfall

Auch der Rollerfahrer war erleichtert, dass seinem Begleiter nicht passiert war. Es hätte tödlich ausgehen können. Die Radfahrer waren längst auf und davon gefahren. Das Herrchen hatte genug vom Rollern: Er stellte das Vehikel ab und ging. Den winselnden Hund nahm er auf den Arm. Er hatte Angst vor dem Laufen, so schien es. Er muss nun hoffentlich nicht mehr mit seinem Herrn auf einem Roller mitfahren. Und wenn, dann nur in einem Rucksack. Klein genug dafür ist er.