Tierische Liebe: Schwein gehabt: Hund adoptiert Frischlinge

Lehnitz - Sie hatten Glück im Unglück, oder eben einfach nur Schwein gehabt. Denn ohne menschliche Hilfe hätten die sechs Frischlinge bei diesen Temperaturen niemals überlebt. Doch nun werden die Wildschwein-Waisen auf dem Gnadenhof Lehnitz (Oberhavel) aufgepäppelt. Und Hundedame Baby passt auf, dass sie keinen Blödsinn anstellen. „Baby ist eine französische Bulldogge, sie hat die Frischlinge quasi adoptiert“, sagt Norbert Damm vom Gnadenhof.

Die stark unterkühlten Wildschweinbabys waren am Sonnabend in der Nähe eines Reiterhofes entdeckt worden. Drei Tiere waren bereits erfroren. Eine Reiterin sammelte die noch lebenden, etwa drei Tage alten Wildschweinbabys ein und versuchte, sie in einem Tierpark abzugeben. Ohne Erfolg. Erst der Verein Wildtierschutz Deutschland half und vermittelte die Frischlinge nach Lehnitz. „Vermutlich ist das Muttertier von einem Jäger erschossen worden“, sagt Vereinschef Lovis Kauertz.

Am Tag vor dem Auffinden soll es in der Nähe eine Jagd gegeben haben. Muttertiere zu schießen sei verboten, sagt Kauertz. Und wenn es doch passiert, hätte sich der Jäger zumindest auch um die Frischlinge kümmern müssen. „Er muss am Gesäuge gesehen haben, dass er ein Muttertier erlegt hat.“

Alle zwei Stunden Fütterung

In Lehnitz geht es den Tieren mittlerweile wieder gut. „Wenn sie nicht schlafen, dann sind sie total verfressen“, sagt Norbert Damm. Und sogar zubeißen könnten die drei weiblichen und drei männlichen Schweinchen schon. Alle zwei Stunden bekommen die Tiere die Flasche mit spezieller Ferkelaufzuchtmilch. Vier Mitarbeiter, darunter auch ehrenamtliche, sind damit rund um die Uhr beschäftigt.

Vier der Frischlinge haben bereits einen Namen – Diva, Nesti, Borstel und Pünktchen. Für die anderen beiden Tiere werden noch Namen gesucht. In zwölf Wochen kommen die Frischlinge in einem umzäunten Privatwald unter. „Ausgewildert werden können die Tiere nicht mehr, sie haben sich dann zu sehr an den Menschen gewöhnt und würden dem Jäger direkt vor die Flinte laufen“, erklärt Damm.