In der neuen Anlage des Tierparks gibt es keine Gitter, dafür Glasscheiben vor dem Gehege.
Foto: dpa/Britta Pedersen

BerlinWer ferne Kontinente entdecken will, muss nicht unbedingt in ein Flugzeug steigen und Tausende Kilometer weit fliegen. Jetzt reicht schon eine Fahrt mit der U-Bahn nach Lichtenberg. Denn dort liegt jetzt Afrika! Genauer gesagt im Tierpark Berlin,  wo am Montag das erste Teilstück der künftigen Afrika-Landschaft eröffnet wurde.

Das neue Tierparadies befindet sich unweit des Alfred-Brehm-Hauses. Zu dessen einstigen Bewohnern gehörte auch der Sudan-Gepard Rufaa. Sein neues Zuhause liegt nun ein paar Schritte weiter in einer umgebauten Savannenlandschaft, an deren Rand sich eine afrikanisch anmutende Dorfhütte befindet. Aus der können künftig die Besucher die Raubkatze beim Herumstreifen durch ihr Revier erleben.

Auch die alte Pinguin-Anlage gehört zu der neuen Afrika-Welt. Denn diese Vögel leben nicht nur in den eiskalten Regionen unseres Planeten. So wurde das Gehege zu einem südafrikanischen Fischerhafen umgebaut, wo eine Kolonie von 35 Brillenpinguinen nun doppelt so viel Platz  hat wie einst in ihrem alten Zuhause. In einer Fischerhütte erfahren Besucher, wie sehr Plastikmüll in den Meeren auch diese Tiere bedroht.

Ein besonderes Tierpark-Erlebnis bietet in der Afrika-Landschaft die begehbare Voliere. Dort fliegen in einem Raum von etwa 13.000 Kubikmetern unter anderem Gänse-, Sperber- und Wollkopfgeier durch eine neu errichtete Felsenschlucht. Insgesamt 24 Vögel leben dort. Früher mussten die Besucher durch ein Netzgitter schauen, um die Greifvögel zu bestaunen. Jetzt steht man in der Voliere mitten im Geschehen, kann die Geier und ihre Flugkünste hautnah verfolgen – besser als in jeder Greifvogelflugshow.

Entscheidener Schritt in Knieriems Umbau-Plan

Die Afrika-Landschaft ist für Direktor Andreas Knieriem ein entscheidender Schritt in seinem geplanten Tierpark-Umbau, der 90 Millionen Euro kosten und die Anlage für Besucher noch attraktiver machen soll. „Mit den neuen Gehegen sind wir dem Ziel, den Tierpark nach geografischen Gesichtspunkten zu gestalten, ein Stückchen näher gerückt“, sagt er.

Sechs Monate dauerte der Bau des ersten Teiles der Afrika-Welt. Die Gestaltung der 7.000 Quadratmeter großen Fläche kostete 1,2 Millionen Euro, gefördert aus dem Tourismusfonds des Landes Berlin. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), die zur Eröffnung kam, sah das Geld gut angelegt. Sie lobt, dass Tiere statt in einstigen Beton-Arealen nun in einer natürlichen Landschaft gezeigt werden. Danach durfte sie mit Knieriem die Pinguine mit Fisch füttern.

Senats-Geld fließt auch in den Weiterbau der Afrika-Welt. Als Nächstes wird eine Savannen-Landschaft für Zebras, Antilopen und Giraffen errichtet. Insgesamt wird das Afrika-Projekt 40 Millionen Euro kosten. Davon sind allein 35 Millionen Euro für den Umbau des Dickhäuterhauses, der noch in diesem Jahr beginnen soll, vorgesehen.  Um Freiraum für die Arbeiten zu schaffen, müssen die jetzigen Elefanten nach und nach in andere Zoos ziehen. Eine neue Herde wird wieder da sein, wenn 2022 das neue Elefantenhaus fertig ist.