Mit der Gondelbahn geht’s auf den Himalaya-Berg, vorbei an Schneeleoparden und Pandas. Bei der Afrika-Safari kehren die Besucher in einer Lodge ein und blicken auf Giraffen, Elefanten und Löwen. Im Nordamerika-Bereich kommen sie möglichst dicht an Eisbären und Seerobben ran und im Amazonashaus beobachten sie Jaguare. Dazu noch ein europäischer Märchenwald, die größte Vogelvoliere Europas und eine gläserne Tierklinik.

Modern, erlebnisreich, an den Interessen der Besucher und dem Wohl der Tiere ausgerichtet: So soll der Tierpark Friedrichsfelde im Jahr 2030 aussehen, wenn es nach Zoo- und Tierparkchef Andreas Knieriem und dem Aufsichtsrat geht. Am Dienstag stellte er den Ziel- und Entwicklungsplan für den Tierpark vor, nächste Woche spricht der Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus darüber. Investitionen von 92 Millionen Euro wären bis 2030 nötig, hat Knieriems Team berechnet.

Die Kernidee: Anders als der Berliner Zoo, der Tiere nach Arten und in den historischen Gebäuden zeigt, soll der Tierpark künftig nach Geozonen ausgerichtet werden. Der Besucher soll eine Reise durch die Kontinente erleben. Die Tiere werden in natürlicher Umgebung gezeigt, nicht auf „umzäunten Rasenflächen“, wie Knieriem sagte. Andere Zoos, etwa in München und Hannover, wo Knieriem zuvor tätig war, haben solche Konzepte bereits umgesetzt.

Wird der Tierpark modernisiert, habe er auch eine Zukunft, so Knieriem. Daran hatte es immer wieder Zweifel gegeben. 2014 kam eine Million Besucher in den Tierpark (Zoo: 3,3 Millionen). Derzeit decken die Einnahmen nicht die Hälfte der Kosten, viele Anlagen sind sanierungsbedürftig, die Tierhaltung wird immer wieder kritisiert. Ende 2014 wurde dann illegal gelagerter Bauschutt entdeckt. Entsorgungskosten: mehr als zwei Millionen Euro.

In der Region lebten genügend Menschen für zwei zoologische Einrichtungen, sagte Knieriem, dazu kämen noch die Touristen. Ziel sei es, 1,5 bis 2 Millionen Besucher pro Jahr anzulocken. Dafür müsste der Tierpark aber attraktiver werden, auch mehr Parkplätze und eine bessere Gastronomie bieten. Die 160 Hektar Fläche böten die Chance, Tiere in einem natürlichen Lebensraum und in großen Herden zu zeigen. „Solche Dimensionen finden sie in keinem anderen Zoo.“ Allerdings schrecken die weiten Wege Besucher ab. Künftig soll eine Bahn durch die Afrika-Zone fahren.

Knieriem möchte den Tierpark in drei Phasen modernisieren. In der ersten bis 2022 sollten die Afrika-, Nordamerika- und Himalaya-Zone umgestaltet werden, da bei Elefanten, Bären und Raubtieren der Handlungsbedarf am größten sei. Außerdem soll die größte Voliere Europas gebaut werden. Der Schutt soll zum Himalaya-Berg aufgeschichtet werden. Dann hat der Tierpark sogar noch etwas davon.

Sehen Sie im folgenden Abschnitt, wie der neue Tierpark gestaltet werden soll.