Tierpark in Friedrichsfelde: CDU hält den Tierpark für altmodisch

Berlin - Die CDU im Abgeordnetenhaus hat ihre Forderungen nach Veränderungen im Tierpark in Friedrichsfelde bekräftigt – und Kritik an der Geschäftsführung des Tierparks geübt. „Der Tierpark sieht noch immer so aus, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne“, sagte am Montag der tierschutzpolitische Sprecher der Fraktion, Alexander J. Herrmann (Jahrgang 1974). Das sei zwar schön nostalgisch, aber „aus unternehmerischer Sicht wenig sinnvoll“. Das sei erst recht so, wenn man bedenkt, dass der Tierpark jedes Jahr viel Geld vom Land Berlin bekommt. „Eine finanzielle Unterstützung ist auch eine politische Entscheidung“, so Herrmann.

Anders als der Zoo Berlin, der zurzeit ohne öffentliche Zuschüsse auskommt, erhält der Tierpark in Friedrichsfelde derzeit sechs Millionen Euro pro Jahr durch das Land Berlin. Anders ist ein Überleben des 160 Hektar großen Parks, der fast fünfmal größer ist als der Zoo, aber nicht mal halb so viele Tiere hat, nicht möglich. Der Tierpark ist eine 100-prozentige Tochter der Zoo AG.

Veränderungen dringend notwendig

„Es geht uns weder um eine Schließung des Tierparks, noch darum, dass er ein Eventpark wird“, betonte Herrmann, der sich mit seinem Fraktionskollegen Danny Freymark schon seit längerem für Veränderungen im Park stark macht. „Es geht um ein großes Naherholungsgebiet. Das macht den Tierpark einmalig und das hebt ihn auch vom Zoo ab“, so Herrmann. Gleichwohl seien Veränderungen beispielsweise im Servicebereich oder beim Tierbestand dringend geboten. So sei eine neue Beschilderung vor den Gehegen dringend nötig, Besucher sollen zudem einen kostenlosen Lageplan erhalten.

Veränderungsbedürftig seien auch die sanitären Anlagen. Und wieso, so die CDU, gebe es nicht auch verschiedene Eintrittspreise je nach Verweildauer – oder einen speziellen Tarif für Jogger? Den Vorschlag vom Tierpark, für mehr als drei Millionen Euro den Eingang am Bärenschaufenster neu zu gestalten, lehnen die CDU-Politiker ab. „Ein neuer Eingangsbereich zieht keinen Besucher mehr an.“ Doch genau darum müsse es gehen. „Früher hatte der Tierpark drei Millionen Besucher pro Jahr, jetzt nur noch eine Million“, so Herrmann.

Bereits vor drei Jahren hatte der Tierpark einen Masterplan mit möglichen Veränderungen vorgelegt, doch getan hat sich seitdem nichts. „Uns fehlen eine Kosten-Nutzen-Rechnung und die Idee, wie das alles aussehen kann“, sagt Danny Freymark, der den Tierpark ebenfalls schon als Kind kannte. „Derzeit bekommt der Tierpark Steuergeld, wir möchten dafür auch Verantwortung übernehmen.“

Kritik übten die beiden Christdemokraten an Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz, der seit Jahren wegen verschiedener Verfehlungen in den Schlagzeilen ist. „Das Signal ist klar: Es reicht“, so Herrmann. Alle Probleme führten immer zur Geschäftsführung von Zoo und Tierpark. Herrmann erklärte am Montag, der Aufsichtsrat der Zoo AG werde sich kommende Woche mit der Personalie Blaszkiewitz beschäftigen. Aufsichtsratschef Frank Bruckmann – eigentlich Vorstand der Berliner Wasserbetriebe – widersprach dem. Einen anderen Termin nannte er allerdings nicht.