Berlin - Die Tierrechte-Organisation Peta hat Strafanzeige wegen mutmaßlicher Tierquälerei beim Traber-Derby in Berlin-Mariendorf gestellt. Demnach sei auf der Rennbahn beim „Shootingstar Cup“ vom 2. bis 5. September das Pferd Don Timoko vom Fahrer Thomas Heinzig „massiv mit wiederholten Peitschenschlägen misshandelt“ worden. Der Sieger des Finallaufs am 5. September, Micha Brouwer, habe zudem ein Zungenband beim Pferd Lorens Flevo eingesetzt, das zu den tierschutzwidrigen Mitteln im Pferdesport gehöre. Daher habe Peta in der vergangenen Woche Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Heinzig und Brouwer erstattet – wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das teilte die Organisation am Freitag mit.

Selbst die Rennleitung habe, so Peta, verbandsinterne Strafen ausgesprochen, disqualifizierte oder sperrte die Fahrer aber nicht. Der Viertplatzierte Heinzig erhielt demnach eine Prämie in Höhe von 1050 Euro, Sieger Brouwer habe trotz einer Strafe wegen „unvorschriftsmäßigem Peitschengebrauch“ die Siegprämie von 99.055 Euro von der Rennleitung ausgezahlt bekommen. Die Rennbahn Berlin wollte sich auf Anfrage noch am Freitag zu den Vorwürfen äußern, der Hauptverband für Traberzucht möchte ebenfalls noch Stellung beziehen. Die Staatsanwaltschaft Berlin konnte am Freitag auf Anfrage den Eingang einer Strafanzeige noch nicht bestätigen. Laut Peta sei die Anzeige am 13. September abgeschickt worden, eine Verzögerung in der Bearbeitung sei normal.

Empörung über Fünfkämpferin bei Olympia

„Während die Empörung über die Fünfkämpferin Annika Schleu bei Olympia in Tokio große Wellen schlug, wird auf deutschen Rennbahnen weiterhin Woche für Woche gepeitscht und gequält“, sagte Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. Die verbandsinternen, wenige Hundert Euro hohen Geldstrafen würden eher belächelt. „Daher hoffen wir auf eine Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft.“

Anders als von Reitsportverbänden teils dargestellt, gingen die Schläge wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge mit erheblichen Schmerzen für die Pferde einher, teilte Peta mit. Mit einem Zungenband werde die Zunge von Pferden am Unterkiefer fixiert, um die Tiere besser kontrollieren zu können, was ihnen starke Schmerzen bereite. Diese Tierquälerei werde von vermeintlichen Pferdefreunden stillschweigend gebilligt. „Die Ausbeutung von Pferden als Sportgeräte gehört endlich abgeschafft“, forderte Höffken.