Berlin - Der Streit in der rot-rot-grünen Koalition um eine mögliche Behinderung wissenschaftlicher Forschung eskaliert. In einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) machen Vertreter von vier großen in Berlin tätigen Pharmaunternehmen Druck. Der Senat solle dafür Sorge tragen, dass weiterhin Tierversuche stattfinden können. Andernfalls wäre der Forschungsstandort Berlin in Gefahr.

Hintergrund ist ein Konflikt um die Einsetzung der Tierversuchskommission des Landes Berlin. Das beim Landesamt für Gesundheit und Soziales angesiedelte Gremium ist zuständig für die Genehmigung von Tierversuchen für wissenschaftliche Projekte. Seit längerer Zeit liegt das Gremium brach, weil es Auseinandersetzungen um die Besetzung gibt. Üblicherweise sitzen darin sieben Personen – Wissenschaftler und Tierschützer – und tauschen sich über Tierversuche für Projekte aus. Die Wissenschaftler hatten stets die Mehrheit. Nach Vorstellung des zuständigen Justiz- und Verbraucherschutzsenators Dirk Behrendt (Grüne) soll das Gremium nun auf acht Mitglieder vergrößert werden – vier für jede Seite.

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